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news Adresse
  Bund der Tiroler Schützenkompanien
Brixner Straße 2/1
A-6020 Innsbruck
Tel. +43 512 566610
Fax +43 512 581767

 

Chronik Geschichte Tirol


Bund der Tiroler Schützenkompanien 1945 bis zur Gegenwart

Nach dem 2. Weltkrieg waren wieder Männer am Werk, um in Tirol das Schützenwesen neu aufzubauen.
Die Alliierten ließen fast alle Schützentrachten und Gewehre vernichten; wer die Waffen nicht abgab, lief Gefahr, festgenommen und erschossen zu werden.bethourt
(Bild Nr 1 General Bethouart)
Somit waren also alle Organisationen zerschlagen. Trotzdem begann sich schon bald unter den Überlebenden des Krieges und den Heimkehrern der Tiroler Schützengeist zu regen. Ein Aufbau aus dem Nichts - und doch Kraft für einen Neubeginn. Die Gesinnung und das Bekenntnis zum Schützenwesen waren entscheidend, um unter schwierigsten Bedingungen wieder an die Erstellung von Kompanien zu denken. Schon hatten sich in Innsbruck-Umgebung, dann besonders im Oberinntal, im Wipp- und Stubaital um 1946/47 wieder einige Schützenkompanien gebildet. Der Oberinntaler Schützenbund konnte gegründet werden.

Besonders "Schützenfreundlich" erwies sich General Antoine Béthouart von der französischen Besatzungsmacht. Er sah ein, dass "es besser sei, den Tirolern die Gewehre zu geben, als sie ihnen zu nehmen" und "dass man die Tiroler lassen sollte, wie sie sind, weil sie ja doch tun, was sie wollen". Béthouart spendierte den Schützen sogar 300 italienische Gewehre.
General Béthouart blieb Freund und Gönner der Schützen. Er besuchte mehrmals Tirol, vor allem seinen Jagdort Scharnitz, und hielt den "Schützenkontakt" aufrecht. In sein Testament schrieb er, dass Tiroler- Schützenoffiziere und der Landeshauptmann von Tirol nach seinem Tode an seiner Bahre stehen sollen. Und so war es auch, als der General 1982 starb: Mitglieder der Bundesleitung und Schützenoffiziere (insgesamt 20 Mann) fuhren mit Landes-hauptmann Wallnöfer nach Paris, wo sie dem General im Invalidendom die letzte Ehre erwiesen.Gründungsversammlung
(Bild Nr 2 Gründungsversammlung BTSK)
Leider hat es die Presse allen voran der ORF nicht verstanden oder auch gar nicht gewollt aufzuzeigen, dass es das erste Mal nach 1809 war, dass französische Fahnen der Tiroler Schützenfahne die Ehre erwiesen haben. Als unsere Bundesstandarte in den Invalidendom einzog, leistete der gesamte Fahnenblock aller Wehrmachtsteile der französischen Armee der Tiroler Fahne die Ehrenbezeugung. Béthouart war es gewesen, der 1947 erstmals den Wiltenern und dann allen anderen Schützen das Tragen von Waffen gewährte, die Wiedergründung des Tiroler Schützenwesens genehmigte und seine Unterstützung beim Staatsvertrag Österreichs zusicherte.
Als am 17. Dezember 1989 in Paris der 100jährige Gedächtnisgottesdienst für General A. Béthouart stattfand, nahm eine Tiroler Abordnung (Bundesbildungsoffizier Major Karl Pertl und drei Wiltener Schützen) daran teil.
Da Tirol vorerst von den Amerikanern besetzt war, wurden viele Gewehre beschlagnahmt, Fahnen und Trachten vernichtet. Es gab auch Hausdurchsuchungen. Man wollte die alten Vorder- und Einzelladergewehre für kirchliche und festliche Anlässe zum Salutschießen behalten, da die alten Stücke ja kriegsuntauglich waren und hiefür keine scharfe Munition zu erhalten war. Die Polizei verlangte aber die Ablieferung aller Waffen, welche man nur "aufzunehmen", dann wieder zurückzugeben vorgab. In Wirklichkeit wurden die Gewehre sofort vernichtet. Schuhmacher
(Bild Nr 3 LKdt. Schuhmacher)
Dann wurden die Amerikaner von den Franzosen unter General A. Béthouart abgelöst.
Zunächst fand im Jänner 1950 die konstituierende Versammlung des Bezirksschützenbundes Innsbruck-Stadt und -Land statt.
Der damalige Referent des Tiroler Brauchtums, Hofrat Dr. Josef Schumacher, der letzte Landeshauptmann von Tirol in der ersten Republik und Ehrenbürger von Landeck, schrieb im Geleitwort für das Rundschreiben an die Gemeindeämter und Kompanien, dass die Tiroler Schützenkompanien die beste Tradition darstellten, uraltes Brauchtum seien und bei vaterländischen und kirchlichen Feiern nicht wegzudenken seien.
Man wußte, dass nur eine starke, gut geführte Organisation imstande wäre, den Wiederaufbau zu fördern und die Kompanien wieder in die Höhe zu bringen, nachdem der vergangene Krieg schwere Verluste an Mann und Material gefordert hatte.
So wünschte man, dass sich alle Kompanien des Bezirkes einmal zusammentun. Man rief auf, zum 140. Todestag Andreas Hofers am 20. Februar in der Hofkirche Innsbrucker Fahnen-abordnungen zu senden. Die französischen alliierten Behörden erlaubten auch, dass bei Fronleichnamsprozessionen, kirchlichen und anderen Festlichkeiten geböllert und Salven geschossen werden durften.
Im Februar und März 1950 wurde die konstituierende Generalversammlung des Landesschützenbundes, so wollte sich der Bund zuerst benennen, vorbereitet. Am 2. April 1950 fand im Gasthaus Haymon, Wilten, die Gründungsversammlung statt.
Anwesend waren Vertreter aus Wilten, Pradl, Hötting, Mühlau, Aldrans, Schwaz, Schmirn, Neustift/Stubai, Absam, Roppen, Silz, Inzing, Zirl und Seefeld.
Am 20. April 1950 kam es dann zur Gründung des Bundes der Tiroler Schützenkompanien mit Angelobung der Gründungsmitglieder.Schuhmacher
(Bild Nr 4 Mjr. Steinlechner)
Der Verband nannte sich von nun an Bund der Tiroler Schützenkompanien, denn die damaligen Sport- und Scheibenschützen hatten sich neu geordnet und wurden zum "Tiroler Landesschützenbund".
Präsident Josef Schumacher übernahm die Repräsentationsfunktion, während die anfallenden Aufgaben vom Ausschuß - von Bernhard Ploner, dem "Vater des Bundes", und Geschäftsführer Franz Steinlechner - durchgeführt wurden. Nach dem Motto "gemeinsam ist man stärker" machte besonders Franz Steinlechner den Schützenkameraden Mut, und sein vorbildliches Wesen und seine riesige Begeisterung übertrugen sich auf immer mehr Kompanien Als er 1965 sein Amt niederlegte, war der Bund auf 204 Kompanien angewachsen. Dabei darf man die anfänglichen Schwierigkeiten nicht vergessen: die große materielle Not der Nachkriegszeit und das Mißtrauen der Besatzungsmächte. Heute kann sich kaum jemand vorstellen, wie schwierig es war, Gewehre zu besorgen.
Da fast alle von der Besatzung verbrannt worden waren und nur wenige durch gutes und gefahrvolles Verstecken gerettet werden konnten, war man zuerst gezwungen, unbewaffnet auszurücken.
Mjr Steinlechner neben alten Werndlgewehren lieh man sich von Privaten die unterschiedlichsten Gewehrtypen aus, bis man innerhalb einiger Jahre mehrere Gewehrkaufaktionen aus der Schweiz über die Bühne bringen konnte. Passende Munition aufzutreiben, war auch nicht einfach.
Erst nach Jahren gelang es, unter vielen persönlichen Opfern, Holzverkäufen der Gemeinde, Subventionen vom Land, die Ausrüstung der Kompanien - Trachten, Gewehre, Fahnen - wieder zu beschaffen, so dass man wie früher ausrücken konnte.

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