
Hofrat Dr. Walter Zebisch
Auf Mjr Dr. Schumacher folgte Mjr Dr. Walter Zebisch als Landeskommandant. Unter seiner Ära wurden unter anderem durchgeführt:
Keine Teilnahme in Schützentracht bei parteipolitischen Anlässen:
Im Jahre 1973 wurde bei der Bundesversammlung in Innsbruck einstimmig beschlossen in Schützentracht bei keinen parteipolitischen Anlässen teilzunehmen. Dies bezog sich vor allem gegen das Ausrücken von Schützen bei Wahlveranstaltungen. Sogar unser Landesehrenkommandant Landeshauptmann Ö.R Eduard Wallnöfer war damit einverstanden.
Alpenregion der Schützen:
Bei der 25 Jahrfeier des Bundes der Tiroler Schützenkompanien am 13. April 1975 in der Dogana zu Innsbruck wurde in Beisein von LH Wallnöfer, LH Magnano und Minister-präsident des Freistaates Bayern Dr h. c. Alfons Goppl die Alpenregion der Schützen (Nordtirol, Bayern und Südtirol) aus der Taufe gehoben. Am 30 Juli 1978 fand das 1. Treffen der Alpenregion in Mutters bei Innsbruck statt. Diese Treffen der Alpenregion finden alle zwei Jahre reihum statt.
Gedenkjahr 1984;
Anläßlich des Gedenkjahres 1984 wurde von unserem Bund ein dreiflammiger eiserner Wandarm, angefertigt vom Stubaier Kunstschmied Peter Volderauer, als bleibende Leuchte in der Hofkirche zu Innsbruck neben dem Andreas-Hofer-Denkmal unterhalb der großen Marmortafel
mit den Namen der Freiheitskämpfer von 1796/97, 1805 und 1809 angebracht. Das erste Licht wurde am 20. Februar 1984 entzündet.
Eine marmorne Bodenplatte darunter mit der Inschrift " 1809 die Schützen Tirols 1984" soll auf das Gedenken an die Einheit und Freiheit des ganzen Landes hinweisen.
Bei der Schützenwallfahrt am 14. Oktober 1984 wurde von den Tiroler Jungschützen in der Wallfahrtskirche von Absam eine Votivkerze als Zeichen ihres Bekenntnisses zur Heimat gestiftet.
Die ehrwürdige Bundesstandarte, die eine Abbildung des ältesten erhaltenen Feldzeichens von Tirol aus der Zeit um 1500 zeigt, wurde von Prof. Oswald Haller aus Innsbruck gründlich restauriert.
Die sogenannte "kleine Standarte", gestiftet 1970 vom verstorbenen Landeskommandant Hofrat Dr. Josef Schumacher, wurde den Tiroler Jungschützen in Anerkennung ihrer Bedeutung als eigenes Feldzeichenfür ihre gemeinsamen Festlichkeiten in Gewahrsam übertragen. Dem Tiroler Landesschützenbund wurde als Ausdruck der besonderen Verbundenheit eine "Ehrenscheibe" mit der Abbildung der Bundesstandarte für die Eröffnung des Tiroler Landes-Fest- und Freischießens am 30. Mai 1984 gewidmet.
Eine "Festausgabe der Tiroler Schützenzeitung" und die Neuauflage der vergriffenen Bilder "Andreas Hofer" und vom "Kriegsrat", initiiert vorn Bundesbildungsoffizier, sollen nicht nur dem eigenen Bedarf, sondern auch dem gemeinsamen Geschichtsbewußtsein dienen.
Schließlich wird in diesem Gedenkjahr ein guter Kamerad in der Dritten Welt, der Ehrenkurat der Tiroler Schützen P. Bonifaz Madersbacher, seit 1970 Missionsbischof in,San Ignacio, Bolivien/Südamerika, die erbetene Unterstützung für seine zu betreuenden Indianerkapellen erhalten. Eine im ganzen Schützenbund, bei den Ehrenkranzträgerinnen und -trägern und weiteren Gönnern veranstaltete Spendenaktion erbrachte ein solches erfreuliches Ergebnis, daß nun die ansehnliche Anzahl von 60 Glocken, gegossen von der bekannten Glockengießerei Graßmayr in Innsbruck, auf dieweite Reise über das Meer in das Missionsgebiet abgeschickt werden konnten.
Der Höhepunkt des Gedenkjahres 1984 war sicherlich der Festumzug vom 9. September 1984. Eine Besonderheit in der Festzugsgliederung war die "fugenlose Verflechtung" von Nord- Süd und Osttirol, mit der die Einheit des Landes besonders anschaulich dargestellt werden sollte. Als Ehrengäste auf der Tribüne waren Bundespräsident Dr. Rudolf Kirchschläger, welcher mit 21 Salutschüssen begrüßt wurde, Bundeskanzler Dr. Fred Sinowatz mit den Spitzen der österreichischen Bundesregierung, Erzbischof DDr. Karl Berg, Bischof Dr. Reinhold Stecher, Altbischof Dr. Paulus Rusch, Landeshauptmann ÖR Eduard Wallnöfer mit Vertretern der Landesregierung und Landeshauptmann von Südtirol Dr. Silvius Magnago sowie noch viele andere, an denen 34.000 Festzugsteilnehmer vorbeidefilierten. Mehr als 100.000 begeisterte Zuschauer säumten die Straßen. Von Südtiroler Seite nahmen am Festzug 7000 teil. 3 km lang war der Weg und 4 Stunden dauerte der Vorbeimarsch. Angeführt wurde der Festzug vom Landeskommandanten des Bundes der Tiroler Schützenkompanien Hofrat Dr. Walter Zebisch.
Keine Demonstrationen in Schützentracht
Im Jahre 1985 wurde in der Bundesversammlung ein Beschluß gefaßt in Tracht an keinen Demonstrationen teilzunehmen. So war zwangsläufig die Nichtteilnahme unseres Bundes im Jahre 1991 bei der Demonstration gegen das faschistische Siegesdenkmal in Bozen, wie auch die Nichtteilnahme bei der Brennerdemonstration "Nachdenken über Tirol" vorprogrammiert. Wenn die Schützen schon immer von Demokratie reden und sich dafür einsetzen, war es sicherlich undemokratisch, dass eingeladene Redner von Schützen in Tracht bei der Brennerkundgebung ausgepfiffen und niedergeschrien wurden.
Wegen der Nichtteilnahme wurde vor allem der Landeskommandant Hofrat Dr. Zebisch in den Medien angegriffen, wobei der Ausdruck "Landhausschützen" noch hoffähig war. Die Angriffe kamen aus einer politischen Ecke, wobei man eigentlich nicht den Landes-kommandanten, sondern das gute Einvernehmen zur im Landhaus regierenden Mehrheit treffen wollte. Wenn man einem Printmedium Glauben schenken kann, war die Brennerkundgebung bereits unter dem Stern die politische Vielfalt in Südtirol zu vergrößern organisiert worden.

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