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Hofrat Dr. Walter Zebisch
Mjr. Emmerich Steinwender
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news Adresse
  Bund der Tiroler Schützenkompanien
Brixner Straße 2/1
A-6020 Innsbruck
Tel. +43 512 566610
Fax +43 512 581767

 

Chronik Geschichte Tirol


Mjr. Emmerich Steinwender

Mjr SteinwenderIm Jahre 1993 stellte sich Hofrat Mjr Dr. Walter Zebisch aus Gesundheitsrücksichten nicht mehr der Wahl zum Landeskommandanten. Sein Nachfolger wurde Mjr Steinwender, Kommandant des Schützenregimentes Oberland. In den 6 Jahren seiner Amtszeit kam es zu einigen erfreulichen, aber auch einigen unerfreulichen Begebenheiten.
Dachverband:
Bereits im November 1990 bei einer gemeinsamen Bundes-leitungssitzung zwischen dem Bund der Tiroler Schützenkompanien und dem Südtiroler Schützenbund in Inzing andiskutiert kam es zu keiner schnellen Entscheidung. Einige waren der Meinung, daß die beschlossene und blühende Gemeinschaft der Alpenregion der Schützen (Bayern, Bundesland Tirol, Südtirol und Welschtirol) vollauf ausreichen, um Schützenkontakte zu pflegen. Nach längerer Diskussion und Durchsetzung der Meinung, daß in einem Dachverband der Schützen alle Schützen des historischen Tirols sich sammeln, was lange nicht die Meinung der von den einzelnen Bünden entsandten Vertretern waren kam es zu einem Erfolg. Bei der Bundes-versammlung unseres Bundes im Jahre 1994 wurden die gemeinsamen Statuten, die vor allen von Mjr Steinwender ausformuliert wurden, angenommen. Der Südtiroler Schützenbund wollte die Statuten noch ändern, ebenfalls ein Beschluß der Südtiroler Bundesgeneralversammlung vom Jahre 1994.
Am 10. Dezember 1994 wurde in Neustift bei Brixen eine Präambl beschlossen, somit war der Weg zur Gründung des Dachverbandes frei.
Das Kernstück der Statuten ist einerseits der Zweck andererseits die Selbstständigkeit der Bünde.
§ 2 Zweck des Gesamttiroler Schützenbundes
Der Verein, dessen Tätigkeit nicht auf Gewinn ausgerichtet ist, bezweckt :
Zweck des Gesamttiroler Schützenbundes ist die Koordinierung der Tätigkeiten zur
Förderung der :
- Treue zu Gott und dem historischen Erbe der Väter
- Kulturelle Einheit des gesamten Landes TIROL
- Gegenseitige Unterstützung ohne parteipolitische Interessen
- Landeseinheit im Rahmen einer europäischen Region TIROL
- Pflege des Schützenbrauches und des Schießwesens
§ 9 Selbständigkeit der einzelnen Bünde
Der Bund der Tiroler Schützenkompanien, der Südtiroler Schützenbund und der Welschtiroler Schützenbund bleiben als selbständige Bünde bestehen.
Am 17. September 1997 wurde dann die Proklamation des Dachverbandes in Innsbruck feierlich durchgeführt.
In der Tiroler Tageszeitung war zu lesen: Endlich ist es soweit. Am Sonntag, den 17. September tritt der Dachverband "Gesamttiroler Schützenbund - Europäische Region TIROL" mit seiner Proklamation in INNSBRUCK an die Öffentlichkeit. Diesem Bund gehören die Schützen des historischen Tirols, der Bund der Tiroler Schützenkompanien (Bundesland Tirol), der Südtiroler Kompromiß, wobei man sagen muß, daß beide Veranstaltungen in Stams wie auch in Bozen von einer großen begeisterten Schar von Schützen und Bevölkerung mitgetragen wurde.
Die Dornenkrone

mitgetragen beim Festumzug 1984, wurde 1997 wieder hervorgeholt, obwohl diese 13 Jahre am städtischen Bauhof dahinrostete. Mit der Nordtiroler Politprominenz nahm Präsident Zingerle des Dachverbandes und Landeskommandant Piock des Südtiroler Schützenbundes Verbindung auf, um dieses "historische Relikt" auf einem zentralen Platz in Innsbruck aufzustellen. Schon einige Jahre vorher wollte man vom Südtiroler Schützenbund die Dornenkrone auf der österreichischen Seite des Brenners aufstellen, was aber aus internationalem Recht nicht möglich war. Es gab eine Abmachung, daß man mit der Aufstellung der Dornenkrone erst um den 20. September 1997 in die Öffentlich-keit geht. Durch einen Fehler eines Mitarbeiters des Südtiroler Schützenbundes war aber bereits am 12 09 97 eine APA-Aussendung auf dem Weg. Daher erhoben sich im Land Tirol Stimmen vor allen in den verschiedenen Medien gegen die Aufstellung dieser Dornenkrone vor der Hofburg.
Die Politiker LH Weingartner sowie Bürgermeister Van Staa zogen ihre Versprechungen zurück, wollten eine Historikerkommission einsetzen zur Aufarbeitung der Tiroler Geschichte von 1900 bis zur Gegenwart, was aber bis heute nicht durchgeführt wurde.
Im Jahre 1998 wurde dann die Dornenkrone auf Privatgrund des KR Thöni in Telfs aufgestellt.Proklomation Dachverband

Von der Republik Österreich wurde im Jahre 1996 ein neues Waffengesetz erlassen, das uns Schützen ebenfalls betraf, daher hat der Bundesausschuß (gesetzgebende Körper-schaft, bestehend aus 62 Mitgliedern) des Bundes der Tiroler Schützenkompanien bei der außerordentlichen Bundesausschuß-sitzung am 11. und 12. Oktober 1997 nachstehende Resolution gefaßt :
Die Schützen des Bundeslandes Tirol mit ihren 15.000 Mitgliedern lehnen eine eventuell einzuführende Waffensteuer grundsätzlich ab. Die einzelnen Kompanien der Schützen des Bundeslandes Tirol werden schon jetzt durch das Waffengesetz 1996 durch die Meldung von Langwaffen mit gezogenem Lauf bei einem Waffenhändler zur Kassa gebeten. Es geht nicht an, daß einer Organisation, die nach Landlibell frei seine Waffen über Jahr-hunderte tragen durfte im 20. Jahrhundert noch eine Waffensteuer aufoktroyiert werde. Die Schützen Tirols rücken auf Aufruf von Gemeinden und des Landes Tirol aus und sind eine Organisation mit negemeinnützigem Zweck. Erhalten werden die Schützen des Bundeslandes Tirol durch Spenden und Subventionen von Gemeinden und Land. Es geht nicht an, daß Subventionen für eine eventuell einzuführende Waffensteuer verwendet werden sollen.
Weiters wurde vom Landeskommandanten an Innenminister Mag. Karl Schlögl nachstehender Brief gesandt :
Als Landeskommandant des Bundes der Tiroler Schützenkompanien bitte ich, sehr geehrten Herrn Bundesminister, für eine brauchbare Lösung einzutreten, die es uns Schützen wieder ermöglicht ohne jede Bürokratie mit Wehr und Waffen auf Einladung zu den Bayrischen Gebirgsschützenkameraden zu fahren und diese zu uns nach Tirol, um altehrwürdige Feste gemeinsam zu feiern.
Bauern und Bürger der gefürsteten Grafschaft Tirol hatten bereits seit dem Jahr 1424 (Weistum von Wangen bei Bozen Bd 4, Seite 119) das Recht der "Hergewete", nämlich das Recht Waffen zu tragen. Mit dem Landlibell von 1511 wurde dieses Recht auf alle Zeiten niedergeschrieben. Das Recht des Waffentragens galt auch in der 1. Republik bis zum Jahre 1938. Nach dem 2. Weltkrieg genehmigte der französische Hochkommissar Antoine Béthouart im Jahre 1946 das Waffentragen den Schützen und er selbst übergab den Schützen Tirols 300 italienische Karabiner. Dieses Waffentragen wurde sogar vom alliierten Rat der Besatzungsmächte in Wien anerkannt. Mit dem Waffengesetz der Republik Österreich aus dem Jahre 1967 sowie 1985 änderte sich in dieser Hinsicht nichts. Man konnte ungehindert zu den Bayrischen Gebirgsschützenkameraden und diese zu uns mit Wehr und Waffen fahren.
Nach dem Waffengesetz 1986 ist dies leider nicht mehr möglich. Um nach Bayern oder umgekehrt zu fahren benötigt man einen Europäischen Feuerwaffenpaß mit allen bürokratischen Hürden.
Beim Schützenjahrtag in Absam hat Kommissär Dr. Fischler, Leutnant bei der Absamer Schützenkompanie, auf die Frage des Bayrischen Gebirgsschützenkommandanten von Partenkirchen gemeint, daß nach den EU-Richtlinien für das Waffengesetz dies sicherlich möglich sein könnte, wenn die EU- Richtlinien von den einzelnen Mitgliedstaaten in bezug auf Traditionsverbände nicht so eng ausgelegt werden würden.
Es ist für die Basis der Schützen nicht begreiflich, daß vor dem EU- Beitritt Österreichs dies möglich war und in einem geeinten Europa nicht mehr.
Sehr geehrter Herr Bundesminister, es müßte doch möglich sein, durch eine Absprache auf erlaßmässigen Wege von Regierung zu Regierung dies wieder zu ermöglichen. Darum bitten die 15.000 Tiroler Schützen, die für die älteste Festlandsdemokratie sehr viel geleistet haben.

Bei der Bundesversammlung 1999 wurde vom Landeskommandanten Steinwender nachstehender Rückblick über 6 Jahre Landeskommandant gebracht :
Vor 6 Jahren wurde ich zum Landeskommandanten gewählt. Bereits vor der letzten Wahl im Jahre 1996 habe ich kundgetan, daß dies meine letzte Periode als Landeskom-mandant ist. Insgesamt war ich 33 Jahre im Bundesausschuß vertreten und könnte eine Geschichte unseres Bundes schreiben über die Höhen und Tiefen, die teilweise selbst verschuldet und teilweise von anderen Institutionen und Medien uns aufgebürdet wur-den.
Nun zur Frage was hat sich im Zeitraum von 6 Jahren in unserem Bund geändert :
Die Zeit ist einfach schnellebiger geworden, in der Bundeskanzlei ist für den LKdt. wesentlich mehr Arbeit entstanden. Die Kanzlei wurde auf Computer umgestellt, was eine Erleichterung im Finden von Unterlagen, Aufzeichnung und Verschicken von Protokollen, Verschicken von Rechnungen, Evidenthalten der Anschriften, Aufzeichnen von verliehenen Medaillen des Bundes, sowie von Sammeln von Kompaniechroniken in Festschriften geprägt ist. In dieser Richtung wäre für die vorhergehenden Jahre noch manche Arbeit zu leisten, um zu einer Übersicht seit der Gründung unseres Bundes im Jahre 1950 zu kommen. Wir haben auch beschlossen ins Internet zu gehen.

In den letzten 6 Jahre gab es aber auch Unerfreuliches, was mich ärgerte :
Am unerfreulichsten war sicher, daß es Mitglieder gibt, die sich nicht an die Satzungen halten können - dabei nur Streit verursachen - dabei aber Schützen aus den eigenen Reihen verlieren.
Weiters das Waffengesetz 1996 : Leider haben in diesem Zusammenhang die offiziellen politischen Stellen unseres Landes Tirol versagt. So etwas hätte es unter den Landeshauptleuten Wallnöfer und Partl wohl nicht gegeben.
Von unserer Seite habe ich am 25. Februar 1999 an einer Diskussion in Wien teilgenommen
Thema: "Vereinfachung grenzüberschreitender Maßnahmen bei Sportschützen, Jäger und Traditionsschützen"
Diskussion : Es ging um eine Erleichterung der Einfuhr von Waffen für Jäger, Gilden und Traditionsschützen in den beiden Ländern nämlich Bayern und Österreich. Man kam zur Überzeugung, daß es eine Möglichkeit nach dem Waffenrecht der EU gäbe in Form eines gemeinsamen Staatsver-trages dies zu erleichtern. Ein solcher Vertrag wird von bei-den Seiten eingereicht. Es ist noch abzuklären, ob dies in Form eines Verwaltungsaktes beider Staaten möglich sei, oder ob man dazu einen Staatsvertrag über das Parlament brauche. Diese Angelegenheit soll noch vor dem Wahlkampf in Österreich über die Bühne gehen.
Hier erwarten wir Schützen Tirols schon eine Unterstützung der Tiroler Politik

Mit Stolz erinnere ich mich aber auch an erfreuliche Aktivitäten :
Der Höhepunkt war sicher die Gründung des Dachverbandes europäischer Region Tirol, die mir sehr am Herzen lag. Nach jahrelangen Vorbereitungsarbeiten, war die Proklamation des Gesamttiroler Schützenbundes, am 17. September 1995 in Innsbruck, in Beisein der drei Landeshauptleute und aller Äbte des historischen Tirols und zahlreichen Schützenabordnungen, ein von der Öffentlichkeit stark beachtetes Ereignis.
Weiters ist es uns geglückt, eine Herz-Jesu-Marke anläßlich des 200-Jahr-Jubiläums 1996 herauszubringen und damit ein Zeichen weit über die Grenzen Tirols hinaus zu geben. Der besondere Dank gilt dafür unserem Landeshauptmann Wendelin Weingartner wie dem Herrn Postpräsidenten Dipl. Ing. Wilhelm Schwabl. Die Schützenwallfahrt, mit über 7000 Schützen und ihren Angehörigen, die anläßlich des Gedenkjahres mit Bischof Stecher im Stift Stams festlich begangen wurde, wird nicht nur mir sondern allen die dabei waren, im Gedächtnis bleiben. Aus diesem Grunde wurde auch eine Herz Jesu Medaille geschaffen Auch konnten wir unserem Ehrenlandeskuraten Missi-onsbischof Madersbacher immer wieder finanzielle Mittel für seine Vorhaben in Bolivien zur Verfügung stellen. Als ein Schulhaus vor dem Verfall bedroht war, haben die Schützen Tirols weit über 100.000 Schilling für die Restaurierung bereitgestellt. Weiters war es möglich, mit einer großen Geldspende, einer zwölfköpfigen Familie im Dorf Tirol in Brasilien, den Neubau ihres Bauernhofes zu finanzieren.
Weiters haben wir mit der Einladung zu dieser Bundesversammlung um Spenden gebeten für die vier Schützenkameraden aus Galtür, die bei der Lawinenkatastrophe viel ver-loren haben. Es sind bereits Spenden eingelangt.
Der Bund hat eine neue Bröschüre für das "Jungschützenleistungsabzeichen" heraus-gebracht. Es ist für diese Broschüre auch eine große Nachfrage bei den Altschützen, denn auch diese wollen sich testen im historischen Heimatbewußtsein, was nämlich diese Broschüre vermittelt.
Der "Bildungstag" für junge Offiziere im Bildungshaus St. Michael bei Matrei/Plons war ein voller Erfolg. Auf Grund der starken Nachfrage sind im kommenden Jahr 2 der-artige Bildungstage geplant.
Marketenderinnen Verdienstzeichen : Dieses ist bei den Kompanien sehr gut angekom-men.
Die "Schützenzeitung" wird modernisiert, mit Farbbildern versehen und erscheint im kommendem Jahr 6 Mal zum gleichen Preis wie bisher.

Nun zur Frage wie sehe ich die Zukunft des Schützenbundes?
Überaus positiv. Die Zahl der Jungschützen steigt, die Kompanien sind aktiver denn je; -die Zukunft beschreibt einen positiven Weg. Die Bildungstage in den einzelnen Vierteln wurden verstärkt durchgeführt. Bei Seminaren in den einzelnen Vierteln wurden über neue Leitlinien innerhalb des Bundes diskutiert und ausgearbeitet. Fortbildungstage für Offiziere haben gut eingeschlagen und sollen vermehrt werden. Die Zusammenarbeit in-nerhalb des Dachverbandes soll intensiviert werden auf der Basis bisher ausgearbeiteter Satzungen, wobei man sehr hellhörig bleiben soll, damit nicht das bisher Erworbene auf der Strecke bleibt durch unüberlegte und überzogene Forderungen. Der Welschtiroler Schützenbund soll weiterhin von unserem Bund unterstützt werden, damit auch das Trentino im Schützenwesen aufgewertet wird.

Worin liegt die Aufgabe dieser Institution?
Bestimmt nicht im parteipolitischem Bereich, sondern in staatspolitischen Aufgaben zu Dingen, die auf uns zukommen, klar Stellung beziehen.
Von großer Bedeutung ist der Stellenwert jeder einzelnen Kompanie in der großen dörflichen Gemeinschaft, der nicht nur vom tadellosen Erscheinungsbild bei verschiedenen Ausrückungen abhängt, sondern auch wie die Schützen bei Kirche, Gemeinde, Feuerwehr und anderen Vereinen mitarbeiten. Der Stellenwert einer Kompanie im dörflichen Bereich ist der Maßstab des Ansehens des Tiroler Schützenwesens im ganzen Lande.

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