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8. Freundschaftstreffen Zillertal - Ahrntal - Tauferertal
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 (c) Gerhard Hauser
Am 21. und 22. September 2019 fand wieder unser beliebtes Freundschaftstreffen statt.
Jöcher sind die niedrigsten und daher die am einfachsten zu begehenden Wege über Bergkämme hinweg.
 
Intensive Beziehungen zu den Nachbarn jenseits des Alpenhauptkammes zeugen von der bewegten Vergangenheit der "Grenzwege": Almbauern, Wanderhändler, Schmuggler und Wilderer benutzten diese Wege häufig. Verwandtschaftliche Beziehungen zwischen "hüben" und "drüben", also dem Zillertal und dem Südtiroler Ahrntal sind keine Seltenheit. Heute leben diese alten Beziehungen wieder auf:
Bei diesem traditionellen Treffen beider Seiten.
 
Dieses Freundschaftstreffen Zillertal-Ahrntal-Tauferertal war Rückblick und Ausblick zugleich, Dank und Bestätigung des bisher geleisteten. Bei herrlichem Wetter war bei allen die Freude gross. Wir danken den Gemeinden Gais, Mühlwald, Sand in Taufers, Ahrntal und Prettau für die Organisation. Freundschaften wurden gepflegt und Beziehungen untereinander gestärkt. Die grenzenlose Verbundenheit unserer Täler wird bei kaum einem anderen Anlass so deutlich wie bei diesem Treffen.
Ein Fest der „grenzenlosen“ Freundschaft.
 
Zu den Wurzeln Tiroler Identität und Landeseinheit:
 
Unsere Treue zur Heimat ist eine Leitmotiv eines von den Tiroler Schützen in einem jahrenlangen Reflexionsprozess entwickelten neuen 11 Leitmotive.
 
Wir stehen zum historischen Tirol als unsere Heimat und verstehen diese als geographisch und geschichtlich definierten Raum. Wir bekennen uns zur Tiroler Identität, die auf die historischen Freiheiten des Landes zurückgeht. Wir pflegen die größtmögliche Einheit unseres Landes durch gelebte Freundschaften, Partnerschaften und Kooperationen. Die verstärkte Zusammenarbeit innerhalb der Vereinsstrukturen, besonders innerhalb der Landesstelle des historischen Tirol, schafft Identität für den gemeinsamen Kultur-, Wirtschaft- und Lebensraum.
 
 
Geschichtliches:
Von den Grafen von Tirol, von der Bozner-Meraner Gegend ausgehend geeint, fiel es auf Grund eines Erbvertrages 1363 von den Meinhardinern an das Haus Habsburg, und wurde Habsburgisches Erbland. Der Raum von der Bodenseegegend bis an Gardasee und Tauern war als Gefürstete Grafschaft Tirol im bis 1806 bestehenden Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation integriert, und ab dem 14/15. Jahrhundert als Oberösterreich, dann als Tirol mit den Vorlanden bzw. Tirol mit Vorarlberg Territorium und zunehmend Landesteil der Habsburgermonarchie, die sich ja aus dem Römisch-deutschen Reich hinaus auch nach Osten und Südosten erstreckte.

1804 bis 1867 war Tirol Teil des Kaisertums Österreich, mit einer Unterbrechung in den napoleonischen Koalitionskriegen, von 1805 bis 1814, als das Land zum neuen Königreich Bayern, ab 1810 zu kleineren Teilen auch zu den napoleonischen Satellitenstaaten Königreich Italien und den Illyrischen Provinzen gehörte. 1867–1918, als Kronland in den im Reichsrat vertretenen Königreichen und Ländern (Cisleithanien), war es Teil der Österreichisch-Ungarischen Monarchie.
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs war das Königreich Italien Mitglied im Dreibund und so Verbündeter des Deutschen Reiches und Österreich-Ungarns. Da der Dreibund ein Defensivbündnis war, sah sich Italien nach der österreichisch-ungarischen Kriegserklärung an Serbien jedoch nicht verpflichtet in den Krieg einzutreten und erklärte sich zunächst für neutral.

Die italienische Regierung unter Ministerpräsident Antonio Salandra verfolgte aber – wie auch andere Mächte – expansionistische Kriegsziele des Russischen Reiches zum italienischen Wunsch, auch slawisch besiedelte Gebiete zuannektieren, um die Adria zum Mare Nostrum zu machen, schlossen die Triple Entente und Italien am 26. April 1915 den Geheimvertrag von London mit dem Italien seinerseits zum Kriegseintritt auf Seiten der Entente innerhalb eines Monats verpflichtet wurde, woraufhin das Königreich Italien Österreich-Ungarn am 23. Mai 1915 den Krieg erklärte. Italien führte von 1915 bis 1918 einen blutigen Gebirgskrieg. Unter anderem gelangen in elf Materialschlachten am Isonzo nur bescheidene Erfolge, während man in der zwölften Isonzoschlacht eine schwere Niederlage einstecken musste.
 
Aus aktuellem Anlass 100 Jahre Friedensvertrag von Saint-Germain:
Im Mai 1919 reiste eine österreichische Delegation unter der Leitung von Karl Renner nach Saint-Germain-en-Laye. Eine direkte Teilnahme an den Gesprächen wurde ihr verweigert, sie konnte lediglich schriftliche Vorschläge unterbreiten. Österreich bzw. das was nach diesem Vertrag noch blieb und seine Verbündeten wurden als Urheber der Verluste und Schäden der Alliierten bezeichnet und es wurde ihnen die Alleinschuld am Krieg zugewiesen. Der Vertrag von Saint-Germain entsprach dem Versailler Vertrag. Aus Sicht Tirols die wichtigsten Bestimmungen des Artikel 381  des Vertrages von Saint-Germain sind: SüdtirolWelschtirol, das Kanaltal und Istrien gehen an Italien.
 
Tirol ein fast 600 Jahre zusammengefügtes Land wurde durch diesen nicht Friedensvertrag sondern Sieger- und Verlierervertrag im Jahre 1919 getrennt. Die grenzenlose Verbundenheit unserer Täler wird bei kaum einem anderen Anlass so deutlich wie bei diesem Treffen. Gerne sind wir ein Teil dieser „grenzenlosen“ Freundschaft.

Mitnahme von Säbel und Gewehre nach Südtirol/Italien:
Zum Nord- und Osttiroler Schützen gehört das Gewehr. Die Schützen empfinden das als ungerecht und bitter, denn die Waffe in der Hand des Tiroler Schützen ist Zeichen und Symbol Tiroler Wehrhaftigkeit seit dem berühmten Landlibell von 1511.

Der Waffengebrauch diente in Tirol nie dem Angriff, sondern nur der Verteidigung der Heimat.

Deshalb ist eine Mitnahme der Säbel und Gewehre nach Südtirol bei kirchlichen und freundschaftlichen Treffen auf jeden Fall neu zu diskutieren.  Dies würde bei allen Ausrückungen jenseits des Brenners eine höhere Teilnahme und eine weitaus größere Begeisterung garantieren.
 
Die Tiroler Schützen verstehen sich als positive Kraft dieses Landes und sehen in ihrer historischen Aufgabe der Landesverteidigung heute die Verteidigung und Förderung der Tiroler Identität.
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Autor: Regimentspressereferent Gerhard Hauser
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