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08:30 18. Alpenregionsschießen 22. Juni 2019
"Alles Tirol?"
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Präsentation der Dokumentation im Parlament in Wien
Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino als erfolgreiches Modell für Föderalismus
Wien (PK) – 1992 wurde das Paket zur Ausgestaltung der Autonomie Südtirols endgültig umgesetzt. Damit wurde ein lange währender Streit beigelegt und eine dynamische Entwicklung der Region in wirtschaftlicher, sozialer und politische Hinsicht in Gang gesetzt. Die Bildung der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino als Teil des Friedensprojektes Europa gilt als besonderer Erfolg der politischen Anstrengungen der letzten Jahrzehnten. Streiflichter auf die Lage in der Alpenregion wirft eine neue Filmdokumentation unter dem Titel "Alles Tirol?" von Anita Lackner und Gerhard Mader. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer und Zweiter NR-Präsident Fritz Neugebauer luden heute zur Präsentation dieser Dokumentation ins Hohe Haus. 

Nationalratspräsidentin Prammer begrüßte die zahlreich erschienen Gäste aus der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino und benützte die Gelegenheit, um die positiven Entwicklungen der letzten Jahrzehnte  und den Einsatz Österreichs für Südtirol zu unterstreichen. Prammer überbrachte die Entschuldigungen von Zweitem NR-Präsident Neugebauer und Staatssekretär Josef Ostermayer, die aus Termingründen der Veranstaltung fern bleiben mussten. Es sei gute Tradition des Hohen Hauses, dem Thema Südtirol seine ständige Aufmerksamkeit zu schenken, Das komme in der Einsetzung eines eigenen Unterausschusses als auch durch regelmäßige Veranstaltungen zum Ausdruck. Die Basis der Südtirol-Autonomie bilde das Prinzip der Selbstbestimmung, diese dürfe nicht in Frage gestellt werden. Österreich werde seine Rolle als Schutzmacht daher auch weiter wahrnehmen, unterstrich Prammer. 

Wendelin Weingartner, Tiroler Landeshauptmann a.D., erinnerte an die drei Phasen der Entwicklung der Südtiroler Autonomie, von der Thematisierung der Südtirolfrage vor der UNO zum Südtirol-Paket 1972, dem folgenden Ringen um seine Umsetzung 1992 und die Jahrzehnte seit Beilegung der letzten Streitfragen. Die Erfolge Österreichs im Einsatz für Südtirol seien nur deshalb möglich gewesen, weil Südtirol allen Beteiligten ein Herzensanliegen war, meinte Weingartner. Er wünsche sich, dass diese emotionale Verbindung auch weiter bestehen bleibe. Südtirol könne als ein Beispiel für einen differenzierten Föderalismus dienen, der aus seiner Sicht auch Vorbildwirkung für ein föderal gestaltetes Europa habe. 

Luis Durnwalder, Landeshauptmann von Südtirol, überbrachte herzliche Grüße von Alberto Pacher, dem Landeshauptmann des Trentino, der bedauere, aufgrund des Termindrucks an der heutigen Veranstaltung nicht teilnehmen zu können. Die Erfolge der vergangenen zwei Jahrzehnte seien ohne den Einsatz der SüdtirolerInnen, aber auch der österreichischen Politik auf Bundes- und Landesebene nicht möglich gewesen. Südtirol habe die Möglichkeiten einer selbstbestimmten Politik, die das Autonomiestatut einräume, gut genützt. Südtirol sei nun europäischer, aber damit auch "normaler und pragmatischer" geworden, so Durnwalder. Die Frage, wie seine besondere kulturelle Identität bewahrt werden könne, erhalte damit aber auch neue Aspekte und stelle neue Herausforderungen. 

Nationalratsabgeordneter Hermann Gahr unterstrich als Obmann des Unterausschusses Südtirol des Nationalrats ebenfalls die positiven Seiten des Einigungsprozesses der letzten Jahre. Der Film "Alles Tirol?" nähere sich diesem Thema in einer sehr persönlichen Weise an. Gahr erinnerte an die Meilensteine, die eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit und die Etablierung der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino möglich gemacht haben: der EU-Beitritt Österreichs, die Schaffung des Schengenraums und die gemeinsame Währung. Die Sicherung der Autonomie bleibe weiterhin ein aktuelles Anliegen und die Rolle Österreichs als Schutzmacht sei keineswegs überholt, sagte Gahr. Zu den offenen Fragen gehöre auch der immer wieder geäußerte Wunsch nach einer doppelten Staatsbürgerschaft für SüdtirolerInnen. Dieser Gedanke sollte ernsthaft diskutiert werden, auch wenn die Umsetzung schwierig sei. 

Die musikalische Umrahmung der Veranstaltung erfolgte durch das Ensemble Klangviertel.

HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung finden Sie im Fotoalbum auf www.parlament.gv.at.

Ein besonderer Dank den Sponsoren für dieses Projekt:
 
Ehrenoberleutnant Hans Felder
mit Gattin Traudl
  Hauptmann Herbert Empl
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Autor: BTSK Kanzlei
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