Bund der Tiroler Schützenkompanien    • Brixner Straße 2/1    • A-6020 Innsbruck    
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Bericht das Landeskommandanten
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 (c) BTSK
Anbei findet ihr den Bericht des Landeskommandanten Major Mag. Fritz Tiefenthaler anlässlich der Bundesversammlung am 26. April 2015.
Werte Ehrengäste, liebe Schützenkameraden!

Am Anfang meines Berichtes möchte ich wieder einige Bemerkungen vorausschicken.

Die vielen Vorhaben und die dabei erzielten Ergebnisse waren in der geleisteten Form nur möglich, weil mir nun schon seit Jahren ein Team von ausgezeichneten, motivierten und eigenständig denkenden Mitarbeitern in der Bundesleitung und in der Bundeskanzlei zur Verfügung steht; Mitarbeiter, die uneigennützig, freiwillig und unbezahlt in vielen Arbeitsstunden ihre Leistung für unseren Bund erbringen. Diese freiwillig erbrachten Leistungen machen erst das Funktionieren eines Dachverbandes für 235 Mitgliedskompanien möglich.

Ich bitte Euch auch um etwas Geduld bei der Länge der Ausführungen. Einzelne Punkte des Berichtes bedürfen einer etwas ausführlicheren Erörterung.

Alpenregionstreffen 2014 Niederdorf im Pustertal
 
Hartwig Röck / Alpenregionstreffen
Alpenregionstreffen 2014 Niederdorf
Hartwig Röck / Alpenregionstreffen
Alpenregionstreffen 2014 Niederdorf

Ein eindrucksvolles und ausgezeichnet organisiertes Fest der Schützen der Alpenregion war das letztjährige Alpenregionsfest in Niederdorf im Pustertal. Nach einer stimmungsvollen vorabendlichen Feier im Ortszentrum konnten wir am Sonntag tausende Schützen aus Bayern und Tirol zum feierlichen Gottesdienst mit Bischof Dr. Ivo Muser, zum Festakt am Sportplatz und zum Festzug durch den Ort begrüßen.

Landesgedenkfeier Innsbruck
Hartwig Röck / Landesgedenkfeier
Landesgedenkfeier in Innsbruck

Mehr Aufmerksamkeit durch die regionalen Medien hätte sich die von der Abteilung Repräsentationswesen gemeinsam mit den Verbänden des Traditionsforums organisierte Gedenkfeier an den Kriegsbeginn vor 100 Jahren und die tausenden Opfer der Schlachten in Galizien und Serbien verdient. Zurückhaltend, bescheiden und mit leisen Tönen, dafür aber umso eindringlicher erging die Mahnung an die heute Generation, aus der Geschichte zu lernen. Unsere Ehrenformation stellte das Bataillon Stubai und die fast vollzählig angetretenen Fahnenabordnungen der Regimenter, Bezirke, Bataillone und Talschaften. Der stille Marsch durch die Stadt, nur begleitet vom dumpfen Trommelschlag, führte zum Dom, wo Bischof Dr. Manfred Scheuer den Gedenkgottesdienst zelebrierte. Jene, die bei der Feier dabei waren, kehrten tief beeindruckt nach Hause zurück.

Aufbrechen - Fest zum 50-jährigen Bestehen der Diazöse Innsbruck
Hartwig Röck / 50 Jahre Diazöse Innsbruck
50 Jahre Diazöse Innsbruck
Hartwig Röck / 50 Jahre Diazöse Innsbruck
Ferialpraktikant Felix Kranebitter und Bundesmarketenderin Franziska Jenewein

Bunt, jung, vielschichtig und vielseitig präsentierte die Diazöse Innsbruck an ihrem 50. Geburtstag in Innsbruck. Tausende Gläubige aller Alters- und Gesellschaftsschichten beteiligten sich am vielfältigen Programm im Innsbrucker Stadtzentrum. Neben der offiziellen Abordnung unter Landeskommandant-Stellvertreter Major Christian Meischl, waren wir auch im Festgelände vertreten. Im Innenhof der Hofburg versorgten Mitglieder des Bataillons Innsbruck die Teilnehmer des Festes mit Speis und Trank und im Durchgang informierten Bundesmarketenderin Franziska Jenewein und unser Ferialpraktikant Felix Kranebitter die Gäste über die Leistungen der Kompanien in den Pfarren der Diazöse.

Tiroler Jungschützentreffen Schlitters
Hartwig Röck / Jungschützen Treffen
Der Gedenkbrunnen in Schlitters
Hartwig Röck / Jungschützen Treffen
Landes-Jungschützentreffen in Schlitters

Bleibende Erinnerung an das 13. Tiroler Jungschützentreffen in Schlitters ist der im Rahmen des Gottesdienstes von Mons. Josef Haselwanner gesegnete Brunnen. Flankiert von 4 miteinander verbundenen Steinen aus allen Landesteilen Tirols ist er Symbol für die Sehnsucht nach einem stärkeren Zusammenwachsen unserer Heimat. Der Dank des Verbandes Tiroler Schützen gebührt der Gemeinde und der Schützenkompanie Schlitters.

Klausur der Bundesleitung 11./12. Oktober Absam
Hartwig Röck / Klausur
Klausur der Bundesleitung in Absam

Gespickt mit Themen zur Organisationsstruktur war die heurige Klausur in Absam. Neben verbandsinternen Fragen, wie die Umstellung des Rechnungswesens, die weitere Verbesserung der Information der Mitglieder, Fragen zum Schützenkalender und zur Schützenzeitung, der Bericht des Landesrechnungshofes und die daraus abzuleitenden Folgen für den Bund und die Kompanien und die Abklärung der weiterführenden Taktik in den Verhandlungen zur Waffenregistrierung waren ein Kurzreferat von Frau Dr. Neuner zur Frage der zukünftigen Zusammenarbeit in der Frage der Trachten und der Besuch von Frau Landesrätin Dr. Christine Baur Kernpunkte der Beratungen.
Frau Landesrätin Dr. Christine Baur hatte nach dem Bataillonsfest in Sistrans den Kontakt zu uns Schützen gesucht, um uns um Unterstützung in der Frage der Betreuung von Flüchtlingen zu ersuchen. In einer intensiven Diskussion wurden die unterschiedlichen Standpunkte erhoben und erläutert. Um das Thema noch in einem größeren Gremium zu behandeln luden wir die Landesrätin zum Bundesausschuss am 8. November nach Absam, wo die Frau Landesrätin ihr Anliegen vor den Majoren und den Delegierten der Kompanien erläuterte.
Sowohl die Bundesleitung als auch der Bundesausschuss versicherten nach eingehender Diskussion der Frau Landesrätin unsere Unterstützung im Rahmen unserer Möglichkeiten zu:

Die Flüchtlingsfrage ist eine humanitäre Herausforderung für alle Bereiche unserer Gesellschaft, für unser Land und für die europäische Völkergemeinschaft.
Wir Schützen haben uns 2009 im Solidaritätspakt mit den Gemeinden und den Pfarren Tirols zur Nächstenhilfe bekannt. Diese Hilfe steht auch jenen zu, die unter widrigsten Umständen ihre Heimat verlassen haben und unser Land als Ziel erreicht haben oder nur auf der Durchreise sind. Gerade in der derzeit katastrophalen Situation ist die Bereitschaft zur Mithilfe notwendig.
Das Problem ist durch Hilfe allein allerdings nicht lösbar. Grundvoraussetzung für das Abnehmen immer mehr zunehmender Flüchtlingsströme ist eine aktive Friedenspolitik und der Aufbau funktionierender gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Strukturen in den Herkunftsländern.
Wir Schützen allerdings sind aktuell aufgerufen, dort wo es notwendig ist, zu helfen. Im Rahmen unseres Solidaritätspaktes ersuche ich die Kompanien, die Gemeinden und Pfarren auf Wunsch in ihrer Arbeit zu unterstützen.

Waffenregistrierung
Nach der Novellierung des Österreichischen Waffengesetzes 2013 mit der Einführung der Registrierungspflicht für Waffen der Kategorie C und D haben fast alle Kompanien ihre Waffen, zum Großteil Waffen der Kategorie C termingerecht registriert.
Schon frühzeitig sind die Vertreter unseres Bundes beim BMI wegen vorhersehbarer Schwierigkeiten vorstellig geworden.
Mehrere Anträge an das BMI, Besprechungen im BMI und mit den Spitzen des Innenausschusses im Parlament, sowie der Einsatz der Nationalräte Hermann Gahr und Max Unterrainer führten zu einer Änderung des Waffengesetzes per 1. Mai 2015.
Hilfreich waren dabei auch eine fundierte Stellungnahme zum Entwurf durch die Arbeiterkammer Tirol mit Major Erwin Zangerl und BBO Major Hartwig Röck und eine Stellungnahme und Intervention unseres Landeshauptmannes Günther Platter.

Was heißst das nun:
  • Das Umregistrieren von Vereinswaffen (sprich Schützengewehren) von einem Verantwortlichen auf einen anderen Funktionär wird technisch vereinfacht. Zukünftig ist nicht mehr die Namensänderung für jedes einzelne Gewehr notwendig, die Änderung erfolgt en bloc.
  • Schützenwaffen werden im ZWR ab sofort als Vereinswaffen geführt. Damit ist deutlich erkennbar, dass es sich nicht um Privatwaffen handelt.
  • Selbst im Ablebensfall eines Verantwortlichen ist die Ummeldung auf einen neuen Funktionsträger ohne Verzögerung möglich.
  • Mit der Gesetzesänderung wird es wieder möglich sein, in das ZWR Einsicht zu nehmen.
  • Mit der Bürgerkarte oder einer Handy-Signatur können Waffenregistrierungsbescheinigungen kostenlos angefordert werden, um damit den Waffenbestand kontrollieren zu können.
Mein Dank gilt all jenen, die mich in den Verhandlungen und vor allem in der Vorbereitung zu den Gesprächen unterstütz haben. Unersetzlich waren dabei Bundeswaffenmeister Major Hans Eller und Leutnant Dr. Bernd Stampfer. Mit Rat und Tat stand uns auch Landesehrenkommandant Major Dr. Otto Sarnthein zur Seite. Wir danken den NR Hermann Gahr und Max Unterrainer für ihre Unterstützung, für das Öffnen von Wegen und ihren Einsatz im BMI. Herzlichen Dank auch an Major Erwin Zangerl und unseren Landeshauptmann für sein offenes Ohr, seinen Ratschlag und seine Unterstützung.

Gedenkzug
Hartwig Röck / Gedenkzug
Tiroler Gedenkzug nach Galizien / Polen
Hartwig Röck / Gedenkzug
Offizieller Akt am Marktplatz von Krakau

Ein Erlebnis besonderer Art war der Gedenkzug der Europaregion Tirol nach Krakau und Premysl. Besonders hervorheben möchte ich dabei den festlichen Akt am Marktplatz von Krakau am 18. Oktober in Anwesenheit der Landeshauptleute der Europaregion Tirol und umrahmt von der Original Tiroler Kaiserjägermusik.
Die Schüler von zwei 7. Klassen meiner Schule kehrten erschöpft, aber beeindruckt aus Polen zurück.

Offizierskurs 2014
Hartwig Röck / Offizierskurs
Teilnehmer des Offizierskurses 2014

Herzlichen Dank an die Organisatoren, Ausbildner und Referenten, aber ganz besonders an die vielen Teilnehmer am heurigen Offizierskurs.

Schwerpunkt
Liebe Schützenkameraden! In der Vorbereitung für den heutigen Bericht habe ich Freunde und Kameraden gebeten, in kurzten Statements Punkte zu erläutern, die ihnen für die Zukunft des Landes wichtig erscheinen und die in die Arbeit der Schützen ihrer Meinung nach eine Rolle spielen sollten. Da ging es unter anderem um die Stärkung des ländlichen Raums, um Nachhaltigkeit, um Solidarität und um Regionalität. Eigentlich hätte ich gerne heute dazu grundsätzliche Gedanken präsentieren wollen. Je länger ich allerdings darüber nachgedacht habe, umso mehr bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass es für diese Gedanken eine breitere Basis und die Mitarbeit vieler bedarf. Ich werde daher der Bundesleitung und dem Bundesausschuss verschlagen - nach Abschluss des Projektes "An der Front" - nach nun doch fast zwei Jahrzehnten wieder einen Diskussionsprozess über unsere Grundsätze und unser Arbeitsprogramm einzuleiten - eine Diskussionsprozess, in dem möglichst viele Schützen eingebunden werden können.

An der Front
Hartwig Röck / An der Front
 
War es nicht ein historischer Augenblick als am letzten Samstag weit über eineinhalbtausend Schützen, davon fast 800 vom Bund der Tiroler Schützenkompanien in einem Sternmarsch durch Bozen zum Waltherplatz zogen um dort in einer würdigen und zurückhaltenden Feier der Tiroler Standschützen zu gedenken und jene Kreuze zu segnen, die in den Sommermonaten an den dafür vorgesehenen Punkten im Süden Tirols aufgestellt werden.
Hartwig Röck / An der Front
Ein beeindruckendes Bild am Bozner Waltherplatz

Die Anwesenheit hochrangiger Vertreter der beiden Landesregierungen - LH Arno Kompatscher, LR Martha Stocker und LR Hannes Tratter - und ihre Anerkennung und Hochachtung für unser Projekt ist Dank und Ansporn.
Hartwig Röck / An der Front
Landeskommandanten aller drei Schützenbünde, Vertreter der Landesregierungen und Ehrengäste bei der Gedenkveranstaltung "An der Front"

Kritikern, die unser Projekt als revanchistisch, ja geradezu als nationalistisch bezeichnen, kann entgegnet werden, dass wir unseren Groß- und Urgroßvätern gedenken, so wie jede Familie an den Jahrtagen ihrer Toten gedenkt. Warum soll besonnene Rückschau auf Vergangenes, das Hinterfragen von schicksalhaften Entwicklungen und die Darstellung von Geschehenem revanchistisch sein.
Auf meiner letzten Londonreise mit meiner Maturaklasse habe ich wieder einmal den Umgang der Briten mit ihrem Gedenken erlebt. Neben den üblichen militärischen Gedenkfeiern wurden in einer atemberaubenden Installation im Graben des Tower über 880.000 Poppies, Mohnblumen aus Keramik, in Erinnerung an die über 880.000 im Ersten Weltkrieg gefallenen Angehörigen der Britischen Armee in den Boden gesteckt. Selbst an den Abenden standen Hunderte Menschen still und nachdenklich an der Umgrenzungsmauer des Towers oft tief bewegt von der Masse der Blumen und dem überwältigendem Gesamteindruck.
Beeindruckend in Bozen waren nicht nur die in Osttirol gefertigten Kreuze sondern auch die Bekränzung der Kreuze durch Marketenderinnen aus ganz Tirol.
Hartwig Röck / An der Front
Heilige Messe und Segnung der Gedenkkreuze auf dem Waltherplatz in Bozen

Von den 67 vorgesehenen Standorten sind 55 genehmigt, an 9 Standorten ist die Genehmigung absehbar, an drei Standorten ungewiss.
Das Projekt ist allerdings noch nicht ausfinanziert. Ich bitte daher alle Kompanien, soweit nicht schon geschehen, ihren Anteil entweder durch Patenschaften oder durch Spenden zu leisten. Das Viertel Unterland zB hat in einer seiner letzten Sitzungen eine Beteiligung von € 125,- pro Kompanie beschlossen.

Das Projekt "An der Front" und das gestern in Mieming eröffnete Gedenkschießen sind Meilensteine in der Zusammenarbeit zwischen den Bünden. Es sind jene konkreten Taten die das Zusammenwachsen trotz vieler Schwierigkeiten fördern, die zumindest bei uns Schützen immer öfter den Eindruck entstehen lassen, dass wir zur gleichen Familie gehören. Die Teilnahme der Kompanien an beiden Veranstaltungen wäre die schönste Belohnung für die Verantwortlichen.
Mein Dank gilt BBO Major Hartwig Röck, Landeskommandant-Stellvertreter Major Christian Meischl für ihre Arbeit am Projekt und den Viertelschießwarten für die oft  nicht ganz leichte Organisation des landesweiten Gedenkschießens.

Das Land Tirol denkt zurück, denkt nach und denkt in die Zukunft. So könnte man wohl den Hintergrund für das Landesgedenken mit dem Titel "Brücken für den Frieden" am 23. Mai sehen. Das von der Abteilung Repräsentation unter Mithilfe von Fachleuten und auch der Hilfe der Verbände im Traditionsforum geplante und gestaltete Programm steht unter dem Motto: "Das Vergessen nährt die Unbekümmertheit". Der Verband der Tiroler Schützen wird bei der Veranstaltung in Innsbruck durch die Bundesleitungen, die Bundesstandarte und die Landesfahnen, die Fahnenabordnungen der Regimenter, Bezirke, Bataillone und Talschaften sowie durch die drei Ehrenkompanien Sillian, Kaltern und Judikarien vertreten. Wir laden Schützen, Marketenderinnen und Angehörige ein, in Zivil, dieses Fest zu besuchen und mit zu feiern.

Viele Gemeinden haben sich dem Aufruf, dieses Gedenken landesweit durche eigene Veranstaltungen und Feiern zu unterstützen, Folge geleistet. So wird die Geschichte lebendig und es wird dem Leiden und Sterben von Gemeindebürgern ein Namen gegeben, so werden die oft verzweifelten Versuche der Frauen, die Wirtschaft in Gang zu halten und die Versorgung der Bevölkerung im allen gelassenen Land aufrecht zu halten ins Licht gestellt. Beleuchtet werden aber auch die dramatischen Konsequenzen für unser Land, das als Folge dieses Krieges nicht nur zerrissen, sonder auch Jahre der Not, der Diktatur und der Menschenverachtung erleben musste.

Wir danken allen Ehrenkompanien, und es sind viele, die im abgelaufenen Jahr das Land Tirol oder den Bund repräsentiert und hervorragend dargestellt haben.

So darf ich zum Abschluss allen für ihr Wohlwollen und ihre herzliche Aufnahme danken. Besonders danke ich Herrn Landeshauptmann Günther Platter und Landesrätin Dr. Beate Palfrader, der Bürgermeistern Mag. Christine Oppitz-Plörer, allen Mitgliedern der Bundesleitung und der Bundeskanzlei, allen Marketenderinnen, Offizieren und Schützen.

Fotos: Hartwig und Angela Röck
Autor: Landeskommandant Major Fritz Tiefenthaler
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