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Der Papst trägt einen Imster Schützenhut
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 (c) Matthias Reichle
Bericht in der Tiroler Tageszeitung / 19. September 2017
Die Imster Schützen haben den Papst im Vatikan getroffen. Der Schützenhut - ihr Mitbringsel - hat dem heiligen Vater besonders gefallen.
Matthias Reichle / Imst Papst / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Schützenobmann Rolf Krabichler mit dem Erinnerungsfoto vom Papstbesuch und einem Schützenhut,
wie ihn die Kompanie dem Papst geschenkt hat.

 

Da staunte selbst die farbenprächtig gekleidete Schweizer Garde nicht schlecht, als die Imster Schützen durch den Vatikan zogen. In voller Tracht - mit Lederhosen, Schützenjanker und Hut marschierte der Traditionsverein vergangene Woche in der Ewigen Stadt ein.

Es war aber kein ganz alltäglicher Rombesuch. 60 Mitglieder der Kompanie hatten nämlich die Möglichkeit, den Papst hautnah zu erleben. "Wir standen bei der Generalaudienz erste Reihe fußfrei", schildert Schützenobmann Leutnant Rolf Krabichler - dieses Privileg sei ein unglaubliches Erlebnis gewesen. "Es waren über tausend Leute da."

Zunächst sei Papst Franziskus im Papamobil seine Runden gefahren. Danach gab es eine kurze Messe. "Dann ist er zu uns zui", erzählt er.

Die Schützen hatten nämlich zwei besondere Mitbringsel für den Heiligen Vater im Gepäck - eine eigens für die Reise angefertigte goldene Erinnerungsmedaille und einen Imster Schützenhut, den der Papst sogar kurz aufgesetzt haben soll. Ihm soll die Tracht besonders gut gefallen haben. Im Gegenzug schenkte der Papst den Schützen gesegnete Rosenkränze. "Er ist fast eine Stunde bei uns stehen geblieben", berichtet der Obmann. Er hat fast jedem der Schützen die Hand geschüttelt und das eine oder andere Wort gewechselt. Auf deutsch hat er dann gesagt: "Bitte betet für mich. Ich brauche es."

Auch die Spuren des Unfalls, den der Papst kürzlich mit seinem Papamobil in Südamerika hatte, seien noch sichtbar gewesen. "Er hatte ein blaues Auge", berichtet Krabichler vom Plausch mit dem Heiligen Vater. Den Schützen schilderte er den Unfallhergang.

Die Möglichkeit zur Papstaudienz haben die Schützen dem Imster Eduard Meze zu verdanken, der Träger des Silvesterordens und selbst apostolischer Ritter ist. Er stellte den Kontakt zum Kurienerzbischof Georg Gänswein her. Dieser ermöglichte es auch, dass der Imster Stadtpfarrer Alois Oberhuber im Petersdom neben dem päpstlichen Altar eine Messe lesen durfte. "Die Vorbereitungen haben insgesamt ein Jahr gedauert", berichtet Krabichler. Eine Woche war die Gruppe unterwegs und besuchte dabei auch Pisa und Mantua. Zwei Tage wurden sie vom Imster Bürgermeister Stefan Weirather begleitet.

Es ist bereits die dritte große Reise der Imster Schützen, die schon in Brasilien und New York waren. Bei einem ist sich der Obmann aber sicher - diese ist nicht zu toppen.

Das Geschenk der Schützen wird übrigens wie alle Mitbringsel an den Heiligen Vater sorgfältig im Vatikan aufbewahrt.
 
Autor: Matthias Reichle / Tiroler Tageszeitung
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