Bund der Tiroler Schützenkompanien    • Brixner Straße 2/1    • A-6020 Innsbruck    
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Pitztal
08:30 18. Alpenregionsschießen 22. Juni 2019
Die Schützenkompanie Wenns
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Erste Reihe von unten, von links nach rechts:<br/>1 der alt Grasler v. Auders (Johann Gundolf); 2 der Hensler von Larchach (Schranz); <br/>3 `s Flickerlocher Heinrich; 4 der Pelze Karl (Gundolf)<br/><br/>Zweite Reihe:<br/>1 Karl Sturm (vom oberen Böck, st (c) Haselwanter Reinhold
Eine Fahne der Schützenkompanie Wenns stammt aus dem Jahre 1750!

Wiedergründung nach dem Krieg 1954
Derzeitiger Stand:      67 aktive Schützen und Marketenderinnen
 
Der Ausschuss besteht aus 18 Mitgliedern
Hauptmann:                                        Gundolf  Günter
Obmann und Oberleutnant:               Gundolf Werner
 
 

Haselwanter Reinhold / aktuelles_kompaniefoto / Zum Vergrößern auf das Bild klicken













WISSENSWERTES zur Geschichte der Kompanie ….
 
In einem 6 Jahresrhythmus richtet die Wenner Schützenkompanie das Bataillonsfest aus.
Die größte Veranstaltung war das Oberinntaler Regimentsschützenfest 1996.
 
1972 wurde eine Kanone in Eigenregie von unserem damaligen Fähnrich und Kassier Karl Horntrich hergestellt und in Wien beschossen.
 
Eine neue Fahne wurde im Jahr 1974 neu angeschafft und feierlich eingeweiht. Fahnenpatin ist Anna Riml. Das ist die Fahne, mit der die Kompanie noch heute ausrückt.
 
Die Schützenkompanie Wenns besitzt eine Fahne aus dem Jahre 1750.
Die Veteranenfahne wurde im Jahre 1974 der Schützenkompanie anvertraut. Im Jahre 1988 wurde mit dem Gemeindevorstand die Restaurierung der Fahne beschlossen. Mit viel Mühe hat die Schützenkompanie und die Gemeinde das notwendige Geld aufgebracht. 1992 wurde die Fahne dann im Zuge des Bataillonsfestes in Wenns neu gesegnet.
Fahnenpatin war Maria Haselwanter, die die Worte sagte: „Liebe Wenner Schützen, haltet hoch diese Fahne und tragt sie in Ehren, denn es ist ein Stück Heimat.“
 
Die alte Wenner Schützenfahne trägt im grün und weiß geflammten Fahnenblatt auf dem weißen Mittelfeld den alten Reichsadler, in dessen Brustfeld das Bildnis Mariahilf zu sehen ist. Auf der Fahnenspitze ist auf der einen Seite die Jahrzahl 1750 und auf der anderen Seite die Jahrzahl 1825 eingraviert. Ob die Jahrzahl 1750 die Entstehung der Fahne darstellt, kann fast mit Sicherheit angenommen werden. Vielleicht stellt die Jahrzahl 1825 die erste Restaurierung dar.
 
Haselwanter Reinhold / die_alte_wenner_schutzenfahne_aus_dem_jahre_1750 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Meinhard II (1258 – 1295) war es gelungen die gefürstete Grafschaft Tirol zu festigen, und schuf für die damaligen Verhältnisse eine moderne Gerichtsverfassung. Das gesamte Land war in Gerichtssprengel eingeteilt, die die Rechtssprechung und Verwaltung als Aufgabe hatten. Damit war ein Instrumentarium geschaffen worden, die in den nachfolgenden Jahren in einer Tiroler Landesverteidigung im Sinne einer Miliz fußte. In Zeiten der Gefahr mussten von jedem Gerichtssprengel eine gewisse Anzahl von Fähnlein gestellt werden. Ab dem Jahre 1636 wurden diese Fähnlein allgemein Kompanien genannt. Nur in Zeiten der Gefahr wurden solche Kompanien aufgestellt, wenn die Gefahr wieder vorbei war, wurden auch die Kompanien wieder aufgelöst.
Historisch nachweisbar ist die Wenner Schützenfahne in den Jahren  1797, 1799, 1805, 1809, 1810 und 1848 im Rahmen des Gerichtssprengels Imst mit einer  vorwiegend aus Wennern bestehenden Kompanie ausgerückt.
 


Bei der  Erstürmung der Nauderer Höhe am 26. März 1799
stellte Wenns 1 Kompanie mit 111 Mann.
Im Oktober 1805 - „Dritter Koalitionskrieg“ - (Tirol fällt zu Bayern)
Heftige Kämpfe an der Porta Claudia bei Scharnitz. Erst nach Verrat und Umgehung der Tiroler Stellungen musste das Oberinntaler Aufgebot den Rückzug antreten. Die 1. Wenner Kompanie mit der alten Fahne war auch ausgerückt.
 
Freiheitskampf 1809
Von April bis November rückte die Schützenkompanie Wenns unter dem Hauptmann Flir Johann zur 1. und 3. Bergiselschlacht aus.
Nach der 3. Bergiselschlacht konnte den Bayern der Einfall ins Pitztal verwehrt werden. Unterkommandant war der Pfarrer von See, genannt das „Karrrer Stöffele“. Mit der Kompanie ist ausgerückt als Chirurg Walnöfer Alois und Prantl Johann aus Wenns. Die alte Schützenfahne wurde immer voraus getragen. In diesen Kämpfen hatte Wenns 5 Tote zu beklagen: Wendelin Gaim, Josef Weber, Franz Fringer, Joseph Gstrein und Jakob Schranz.
 
Im März 1848 (das Jahr der Revolution) kam es in Oberitalien zum Aufstand und Aufruhr in Mailand. In dieser unheilvollen Zeit wurden auch die Tiroler zur Verteidigung an der Südgrenze aufgerufen. Aus dem Gerichtsbezirk Imst wurden 2 Kompanien aufgeboten.
Die 1. Kompanie aus Wenns unter dem Hauptmann Alois Mattoi mit 125 Mann und eine zweite Kompanie aus Imst unter Hauptmann Georg Witsch mit 114 Mann.
Die Kompanie aus Wenns ist am 6. Juni von Wenns abgerückt und kehrte nach 58 Tagen am 2. August wieder in den Heimatort zurück.
Aus dem Bericht ist über die Ausrückung nachstehendes festgehalten:
--- „Morgens früh  sammelte sich die Kompanie unter ihrem jugendlichen Hauptmann Alois Mattoi auf dem Kirchplatz, worauf sie in die Kirche zum feierlichen Hochamte einzog. Als der Gottesdienst zu Ende war, wurde die Fahne noch einmal geweiht und mit drei Gedenkmünzen verziert, die sie in den Jahren 1797, 1809, und 1810 erworben hatte. Dann zog die Kompanie nach ihrem Bestimmungsort Sulzberg zur Verteidigung der Südgrenze. Die Kompanie hatte sich tapfer geschlagen, dafür wurde ihr von Generalmajor Roßbach nachstehendes Zeugnis ausgestellt.“--- (Tiroler Schützenzeitung 1849 Seite 104)
 
---„Mit wahren Vergnügen bezeuge ich, dass diese wackere Kompanie unter ihrem braven Herrn Hauptmann Alois Mattoi durch zwei Monate lang (Juni und Juli 1848) die ersprießlichsten Dienste bei der Landesverteidigung geleistet, Strapazen aller Art, in Sulzberg und Pejo und auf dem Tonale ertragen; kein Opfer gescheut; rastlos gegen den Feind patroulliert, und dass sie sich überhaupt in allen und jedem musterhaft benommen hat, was der mutigen Schar zur größten Ehre gereichte und wodurch sie sich das Lob der dortigen Kommandanten Kaiserjägerhauptmannes Bonn und meinen Dank erworben hat. Ich grüße sie alle freundlichst und hoffe sie wieder in unseren Reihen zu sehen, wenn das Vaterland noch einmal rufe sollte.“---
 

Trient, am 20. Februar 1849
Der Oberkommandant
Roßbach
General – Major
 

 
50jähriges Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Josef (27. Juli 1898)
Tiroler Stimme 1898 Nr. 170
---„Am vergangenen Sonntag feierte die Gemeinde Wenns das Regierungsjubiläum Seiner Majestät des Kaisers. Bereits am Samstagabend wurde fest geböllert. Am Sonntag in der früh um 4.00 Uhr begann das Freudenfest mit feierlichem Tagläuten und Böllerschüssen.
Um 8.00 Uhr stellt sich der Festzug auf  und begab sich in die festlich geschmückte Kirche.
Die alte ehrwürdige Wenner Schützenfahne wurde von den Veteranen vorausgeführt.“---
 
Am 9. August 1854 verunglückte Friedrich August II, König von Sachsen bei Brennbichl tödlich. Die Schützenkompanie Wenns begleitete mit der alten Fahne den Leichenzug.

 
Haselwanter Reinhold / weltkongress_in_wien_1912 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Die neu restaurierte Fahne soll für uns alle ein Wahrzeichen sein, für die:

Treue zu Gott
Treue zur Heimat und Vaterland
Freiheit
 

                       
Die Fahne wurde im Schützenlokal im Fahnenkasten seit der Fahnenweihe 1992 verwahrt.
 
Die letzte Ausrückung mit der alten Fahne war beim Begräbnis der Fahnenpatin Maria Haselwanter am 22. 09. 2011.
 
Ab dem 10. Juli 2011 ist die Fahne im Dorfmuseum von Wenns zu besichtigen.
                       
 

Autor: Neururer Sabrina
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