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Gedanken zum Fronleichnamsfest
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Im Alten Testament findet sich der Satz: "Welches Volk hat einen Gott, der ihm so nahe ist, wie dein Gott?" Ein Gott, ganz nahe bei uns Menschen, ein Gott, der mit uns des Weges geht, das war immer schon die Sehnsucht des Menschen. Nun passiert das Unglaubliche. Die Menschwerdung Jesu! Da wird Gott einer in unserer Mitte, einer von uns, und er geht mit uns. Er geht mit uns Menschen menschliche Wege. Er bleibt bei uns.
Damit nähern wir uns dem Fronleichnamsfest. Jesus hat die heilige Eucharistie beim Letzten Abendmahl eingesetzt. Somit ist er "Gott mit uns". Bei der Fonleichnamsprozession tragen wir das Allerheiligste aus dem Raum der Kirche hinaus und begleiten es durch die Straßen unserer Städte und Dörfer. Alle sollen wissen, alle sollen sehen, wie nahe uns unser Gott ist, wie er sich an die Menschheit ausliefert. Weiterhin, durch alle Jahrhunderte, schenkt er sich in die Welt hinein, und die Welt begegnet ihm auf unterschiedliche Weise. Die einen nehmen in auf, die anderen lehnen ihn ab, die einen schenken ihm keine Beachtung, die anderen beten ihn an. Er, Jesus, wahrer Mensch und wahrer Gott, liefert sich ganz aus. Er ist mit uns auf dem Weg, geht mit uns unsere Straßen. So gesehen, ist das Fronleichnamsfest ein Fest jenes Gottes, der mit uns geht. Und wir Schützen gehen mit ihm, vorerst bei der Prozession, dann, so versuchen wir es zumindest, im alltäglichen Leben.
Tiroler Kaiserjägermusik / Landesprozession
Bischof Manfred Scheuer bei der Landesprozession in Innsbruck

Behalten wir die Nähe Gottes im Blick. Sie leuchtet im Allerheiligsten auf, das in der Mitte der Prozession getragen wird. Diese Nähe Gottes bewegt uns, seinem Ebenbild, dem Mitmenschen, nahe zu sein. So reichen sich Gottesliebe und Nächstenliebe die Hand. Gott will, dass seine Gegenwart, letztlich seine Hingebungskraft in Fluss bleibt, von ihm zu uns, von uns zu den Mitmenschen. So wird Fronleichnam immer mehr ein Fest, an dem wir das Allerheiligste anbetend durch unssere Straßen und Gassen tragen, ein Fest, an dem wir uns von Gott lieben lassen, ein Fest an dem wir lernen, die empfangene Liebe den Mitmenschen weiter zu schenken.
 
Autor: Landeskurat Martin Ferner
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