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KURZCHRONIK:
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aus dem Buch
DIE TIROLER SCHÜTZENKOMPANIEN
Stand 1989



Sk Oberperfuß / oberperfuss / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Mit der Einführung des Landlibells im Jahre 1511 durch Kaiser Maximilian wurde die Verteidigung
des Landes erstmals genau organisiert. Daher kann man das Jahr 1511 als Gründungsjahr
der Kompanie betrachten.
Im Jahre 1546 sammelten sich auch Schützen des Landesgerichts Herttenberg, zu dem auch
Oberperfuss gehört, bei Martinsbühel zu einer erfolgreichen Verteidigung des Landes.
1703 rückten Oberperfer beim bayrisch-französischen Einfall aus. Sie bauten mit Männern des
Gerichts Herttenberg beim "Schwarzen Kreuz- (Völserbühel) eine Schanz und leisteten dem
zehnfachen Feind unter der Führung von Marschall Ricourt, General Lützelburg und Kurfürst
Emanuel von Bayern zwei Stunden Widerstand. Dieser tapfere Einsatz hat dazu beigetragen,
daß der Feind aus dem Land vertrieben werden konnte. Für die tapfere Verteidigung des Landes
wurde dem Viertel Hörtenberg von Kaiser Leopold eine Gedenkkette verliehen, die aber
1919 im Landesmuseum gestohlen wurde.
Laut mündlicher Überlieferung waren Schützen aus Oberperfuss 1782 Ehrenkompanie in Zirl
als Papst Pius VI auf der Durchreise nach Augsburg war. Die weiß-gelbe Fahne unserer
Schützenkompanie, die nur bei kirchlichen bzw. historischen Feiern verwendet wird, stammt
vermutlich aus dieser Zeit.
Zwei Oberperfer, Pankraz und Peter Haider. siedelten sich 1793 am Kolsassberg an. Am
2.4.1797 beim Gefecht von Spinges wurden von den Brüdern zahlreiche Feinde getötet. Beide
wurden schwer verletzt und mußten sich ohne Verbandszeug und Verpflegung 40 Stunden vor
den Franzosen verstecken. In der Leichenkapelle von Kolsass befindet sich eine Gedenktafel
zur Erinnerung an diese beiden tapferen Männer.
Laut mündlicher Überlieferung hat Peter Schaidinger aus Oberperfuss in Spinges den kommandierenden
General durch einen Kopfschuß getötet. Es entstand dadurch beim Feind eine
große Verwirrung und daher konnte unter der Führung des -Senselers- von Volders ein erfolgreicher
Gegenangriff durchgeführt werden. Auch Anten Kirchebner hat sich als Hauptmann
verschiedener Kompanien große Verdienste erworben.
Aus einer Urkunde aus dem Jahre 1803 ist ersichtlich, daß 40 Männer aus Oberperfuss vom
9.9. bis 23.9.1800 bei einer Landschützenkompanie des Gerichts Hörtenberg gedient haben. Bei
den Freiheitskämpfen des Jahres 1809 haben viele Oberperfer an der Verteidigung des Landes
teilgenommen. Vom 2. bis 29. Juni 1809 diente eine Kompanie mit 204 Mann aus Oberperfuss
unter Hauptmann Jakob Jordan. Auch Veit Kirchebner war als Hauptmann bei den Freiheitskämpfen
eingesetzt.
Letzte Beispiel für die Tiroler Wehrbereitschaft und Schützentreue sind die Tiroler Standschützen,
die den Süden des Landes jahrelang gegen ein reguläres Heer verteidigt haben.
1918 ging die militärische Aufgabe der Schützen zu Ende. Es bildeten sich in dieser Zeit die
Trachtenschützenkompanien wie sie auch heute noch bestehen. Wichtigste Aufgabe ist die
Pflege und Erhaltung des Tiroler Schützenbrauches.
Die Tracht der Schützenkompanie wurde 1914 nach Bildern von Peter Anich angefertigt.
Hauptmänner der Kompanie (soweit noch bekannt): Johann Sarg, Josef Weber, Franz Kuen,
Josef Markt, Alfons Kofler, Anton Gritsch, Albert Markt, Johann Leitner, Josef Weber,
Karlriendl, Johann Simon, Josef Mair und Johann Kirchmair.

Autor: Anton Schmid
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