Gedenkveranstaltung "An der Front 1915 - 2015"
An der Front Bozen (c) Angela RöckGedenken an den Einsatz der Tiroler Standschützen im Ersten Weltkrieg
BOZEN / INNSBRUCK: Tirol gedenkt dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren und den Opfern dieses schrecklichen Krieges. Das Jahr 2015 steht dabei ganz im Zeichen des Gedenkens an die gefallenen Tiroler Standschützen. Der Erste Weltkrieg wird oft als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet - und mit der Kriegserklärung Italiens an die Monarchie Österreich-Ungarn am 23. Mai 1915 wurde Tirol schließlich selbst zum Kriegsgebiet.

Der Bund der Tiroler Schützenkompanien, der Südtiroler Schützenbund und der Welschtiroler Schützenbund gedenken 2015, genau 100 Jahre später, mit 70 Stahlkreuzen, die entlang der ehemaligen Frontlinie errichtet werden, den gefallenen Tiroler Standschützen. Diese 70 Gedenkkreuze wurden am vergangenen Samstag, den 18. April 2015, am Waltherplatz in Bozen feierlich gesegnet. Marketenderinnen aus ganz Tirol fungierten dabei als Patinnen.

Nach dem sternförmigen Einmarsch der Schützen aus allen Teilen Tirols wurde am Waltherplatz gemeinsam die heilige Messe, zelebriert von Landeskurat P. Christoph Waldner OT, gefeiert.
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Landeskurat P. Christoph Waldner OT

Nach den Ehrensalven der Ehrenkompanien Kurtatsch, Roveredo und Obertilliach-Kartitsch wurden die 70 Stahlkreuze in einem feierlichen Rahmen gesegnet.
Bundesmarketenderin Franziska Jenewein dazu:
"Die Marketenderinnen aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol haben die Kränze zur Segnung getragen. Mit besonderem Stolz, Ehre und Andenken an die Gefallenen haben die Marketenderinnen, nachdem sie aus ihren Reihen ausgetreten und an den vorgesehenen Platz marschiert sind, an der heiligen Messe Anteil genommen. Sie waren in einem Block hinter den Ehrengästen platziert. Anschließend an die heilige Messe wurde die Segnung der Kreuze vorgenommen. Die Marketenderinnen marschierten - jede Reihe - zu den Kreuzen. Dort haben sie dann jeweils einen Kranz über ein Kreuz gehängt. Es war ein besonderes Ereignis und ein beeindruckendes Bild, das die Marketenderinnen hier geboten haben. Man konnte erkennen, dass hier Gefühle und eine besondere Stimmung aufgekommen ist. Viele Gedanken gingen einem durch den Kopf: Was mussten diese Männer damals erleiden? Wie erging es den Frauen zu Hause? Wieso musste hier ein Krieg statt finden? Warum mussten sich befreundete Männer aus den unterschiedlichen Regionen jetzt bekriegen? Man verspürte die Gänsehaut und es lief einem kalt über den Rücken. Die Marketenderinnen haben sich hier in einer sehr ehrenvollen Aufgabe gesehen, die sie mit besonderer Würde und Ehre ausgeführt haben. Ich bin sehr stolz auf unsere Marketenderinnen!"
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Marketenderin beim Überhängen eines Kranzes

An der würdigen Gedenkveranstaltung nahmen rund 2.000 Schützen aus dem Bundesland Tirol, Südtirol und Welschtirol, zahlreiche Ehrengäste und Besucher aus Nah und Fern teil.
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Die imposante Gedenkveranstaltung am Waltherplatz von oben

Südtirols Landeshauptmann, Dr. Arno Kompatscher, ehrte das Projekt mit: "Ich danke den Schützen für diese Initiative, sie kommt zur richtigen Zeit!" Der Vertreter der Tiroler Landesregierung, Landesrat HR Mag. Johannes Tratter unterstrich: "Dieses Gedenken ist richtig und wichtig. Und wichtig dabei ist, daraus zu lernen. Das Wissen darüber stärkt unser gemeinsames Bemühen friedvoll miteinander umzugehen."
Der Landeskommandant des Bundes der Tiroler Schützenkompanien, Major Mag. Fritz Tiefenthaler, zog zufrieden Bilanz: "Ich danke allen Beteiligten für disee beispiellose Initiative! Mit den 70 Kreuzen setzen wir ein sichtbares Zeichen des Gedenkens. Wir setzen aber auch einen Meilenstein in der übergreifenden Zusammenarbeit der drei Schützenbünde, gemeinsam mit allen beteiligten Kompanien, Diese Zusammenarbeit ist historisch und macht mich stolz!"
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Bei der Frontabschreitung v.l.n.r. Landeskommandant des Südtiroler Schützenbundes Elmar Thaler, Landeskommandant des Bundes der Tiroler Schützenkompanien Fritz Tiefenthaler, Landesrat HR Mag. Johannes Tratter, Südtirols Landeshauptmann Dr. Arno Kompatscher und der Landeskommandant des Welschtiroler Schützenbundes Paolo Dalprà

Die Gedenkkreuze werden dann am 8. August dieses Jahres in einer landesweiten Aktion entlang der Frontlinie von ca. 400 Kilometern - vom Stilfser Joch bis zum Hochspitz am Karnischen Kamm - aufgestellt. Diese Geländepunkte sollen die vordersten Linien, Erstbegräbnisstätten, Hilfsplätze, Verkehrsknoten, Warenlager und Sammelplätze repräsentieren, wichtige Örtlichkeiten, wo Tirols Standschützen im Einsatz waren. An diesen Plätzen werden als äußeres Zeichen ein Gedenkkreuz und eine Informationstafel errichtet.
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Ein Teil der 70 Gedenkkreuze bei der Segnung in Bozen

Anbei einige Bildergallerien:

Fotos von Gregoritsch Hans

Fotos von Angela Röck https://plus.google.com/photos/113542657330620539380/albums/6139812879849885553?authkey=CPipjMiArsfU_gE

Oberländer bei der Gedenkfeier "An der Front" - Fotos von Angela Röck
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