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Schützenmesse und Großer Österreichischer Zapfenstreich
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 (c) Hartwig Röck
In der Gemeinde St. Anton am Arlberg bestehen seit dem Jahre 1911 zwei Musikkapellen, stets auch Partner der Gemeinde und der Schützenkompanie. Sie arbeiten vorbildlich zusammen und gedachten am Samsatg, den 15. Oktober 2011 mit einer Veranstaltung beim arlberg.well.com.
Das Schützen- und das Blasmusikwesen sind in Tirol seit vielen Jahrzehnten in einer untrennbaren Partnerschaft, von der auch beide profitieren. Aus diesem Grund feiert auch die Schützenkompanie St. Anton mit ihren "Musiga" stets mit.

Einer Gemeindeabrechnung des Jahres 1829 ist zu entnehmen – die Gemeinde nannte sich nach ablegen des alten Namens „Stanzerthal“ nunmehr für wenige Jahre St. Jakob – „daß der Musikanten Formation für alle ihre Bemühungen an Festtagen und Prozessionen 8 Gulden“ zur Auszahlung gelangt sind – ebenso erhielten die „Schützen und Fahnenträger“ einen Betrag von 3 Gulden; Mehr Hinweise auf den Bestand einer Musikformation gibt es keine und so bleiben die weiteren musikalischen Tätigkeiten unserer Vorfahren im Dunkeln.
Ein weiterer Hinweis auf den Bestand einer Musikkapelle in St. Anton ist der „Verkehrsgeschichte des Arlberg“ des gebürtigen Pettneuers Franz Kurz (1899) zu entnehmen. „Am 3. Oktober 1855 wurde Erzherzog Karl Ludwig als Statthalter von Tirol und Vorarlberg mit einem kostbaren gezierten Triumpfbogen an der Landesgrenze vom Kreispräsidenten Parth mit der Schützenkompanie und dem Musikverein Nasserein feierlichst empfangen."
Die weiteren Spuren dieses „Musikvereines“ verlieren sich ebenfalls im Dunkeln.
Das Gründungsjahr der Musikkapelle St. Anton fällt auf das Jahr 1900. Am 29. August 1909 nahmen die Musikkapelle und die Schützenkompanie Nasserein am Jubiläumsfestzug „Andreas Hofer“ anläßlich des Gedenkens an die Tiroler Freiheitskämpfe 1809 in Innsbruck teil (ebenso 1934, 1959 und 1984). Im Herbst des Jahres 1911 erfolgte nach verschiedenen Unstimmigkeiten die Trennung des Musikvereines Nasserein in die nunmehr eigenständigen Musikkapellen St. Anton und St. Jakob. Seit genau 100 Jahren gibt es in der Gemeinde St. Anton am Arlberg zwei eigenständige Musikkapellen.

Gemeinde St. Anton am Arlberg / schuetzenkompanie1901 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Die Schützen-Compagnie und Musik Nasserein (heute St. Anton am Arlberg) im Jahre 1901

Eigentlich ist eine Trennung ja kein Grund zum Feiern.
Die gute Zusammenarbeit in den letzten Jahren hat aber dazu geführt, gemeinsam dieses Neubeginnes im Jahre 1911 und der Leistungen vieler Musikanten und Verantwortungsträger zu gedenken. Getreu dieser alten und nach wie vor gelebten Partnerschaft war auch die Schützenkompanie St. Anton mit von der Partie.

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Die Schützenkompanie St. Anton am Arlberg unter dem bewährten Kommando von EMjr. Alber Norbert.

Pünktlich um 19:00 Uhr wurden die Feierlichkeiten mit einer hl. Messe eröffnet, die im ARLBERG-well.com  von Pfarrer Augustin Kouanvih zelebriert wurde. Die musikalische Untermalung bildeten Teile der „Schützenmesse“ von Anton Erich Kratz, unter der Leitung von Heinrich Keim, seit dem Jahr 1991 Kapellmeister der MK St. Jakob am Arlberg ist. Er ist der dritte "Keim", der Jakober Musi, die bisher ausschließlich von Kapellmeistern aus dieser Familie musikalisch geleitet wurde. Danach wurde am Vorplatz zum Veranstaltungszentrum für den Großen Österreichsichen Zapfenstreich Aufstellung genommen. Zahlreiche Zuschauer wohnten der Aufführung bei.
Bürgermeister Helmut Mall, selbst seit über 25 Jahren Mitglied und seit vielen Jahren Obamnn der MK St. Anton, begrüßte die Anwesenden, dankte für die Mitwirkung und das große Interesse an dieser Veranstaltung. Er lobte die ausgezeichnete Arbeit der Kapellen und die außergewöhnlich gute Zusammenarbeit unter den Vereinen. Er betonte auch, dass es keinerlei Beweggründe gäbe, die Musikkapellen zusammen zu legen, "nur deswegen weil es vielleicht der Gemeinde billiger käme".

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An die hundert Musikanten spielten unter der musikalischen Leitung von Günther Öttl den "Großen Österreichischen Zapfenstreich". Als Stück aus der Region wurde der Marsch "Durch den Arlberg" von Wendelin Kopetzky (arr. Günther Öttl, 2010) eingebaut.

"Die Jakober Musi hat zwei weitere ausgebildete Kapellmeister. Es besteht somit die theoretische Möglichkeit, dass in etwa 40 Jahren ein anderer als ein Keim den Taktstock in St. Jakob übernehmen könnte", meinte Peter Mall launig in seiner Moderation der Veranstaltung. Die musikalische Leitung für den „Großen Österreichischen Zapfenstreich“ hatte Kapellmeister Günther Öttl (MK St. Anton). Schon seit dem frühen Mittelalter wurde der Beginn der Nachtruhe in den Heerlagern durch ein Trommelsignal angekündigt, das man „Zapfenstreich“ nannte. Dies war das Zeichen für den Marketender, den Zapfen des Schankfasses zu „streichen“. In der Folge hatte dann beim KuK-Militär jeder Soldat zwischen dem Zapfenstreich und der Tagwache Ausgangssperre. Im Verlauf vieler Jahrzehnte entstand daraus immer mehr ein Zeremoniell, das sich schließlich zu einem militärischen Schauspiel entwickelte. Der heutige Zapfenstreich" ist ein zeremonielles Musikstück, das von österreichischen Militärkapellmeistern aus unterschiedlichen Komponenten zusammengestellt und arrangiert wurde. Er gliedert sich in drei Teile - einen Historischen, einen Religiösen, sowie einen Patriotischen.
Es ist nicht leicht zwei Musikkapellen - und das mit nur zwei gemeinsamen Proben -  so auf Gleich zu bekommen, dass ein ausgeglichener Tonkörper entsteht. Dafür ist allen ein großes Lob auszusprechen. Besonders bemerkenswert war die hohe Präzision in der Leitung und Aufführung, sowie die ausgezeichneten Sololeistungen.

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EMjr. Norbert Alber Bgm. Helmut Mall Kapellmeister Günther Öttl

Viele der zahlreichen Besucher blieben nach der Aufführung noch im Foyer des ARLBERG-well.com, wo die "Arlberg-Pass-Krampalar"  für Speis und Trank sorgten.
Ein bemerkenswerter Abend fand somit auch einen geselligen Ausklang.

Musikkapelle St. Anton am Arlberg
Jakober Musi



Autor: Röck Angela
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