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Sillian
Landesjungschützenschießen 2021 ABGESAGT!!
Schützenkompanie Sillian
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Kompaniefoto mit Jungschützen am "Herz Jesu-Sonntag 2014"

 
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Jungschützenzug 2014



Aus alten Urkunden kann entnommen werden, dass das Schützenwesen im Hochpustertal schon um 1500 ein sehr reges war. Die Chronik verzeichnet, dass die damaligen Dorfväter darauf bedacht waren, die leibeigenschaftsfreien Bürger und Handwerker durch gestiftete Preisschießen zum Üben mit der Schusswaffe anzueifern und so wehrtüchtige Landesverteidiger heranzubilden.
 
Das Landlibell Kaiser Maximilian I. vom 23.06.1511 war die allgemeine verfassungs-mäßige Grundlage für die eigenständige Landesverteidigung und ein wesentlicher Bestandteil des wehrhaften Tiroler Schützentums.
 
Die alte Sillianer Schützenfahne, welche sich heute im Museum Schloss Bruck befindet, stammend aus der Zeit Erzherzogin Claudia (1632-1648), und die Kämpfe von 1797, 1809, 1848, 1859, 1866 am Kreuzberg und im Venetianischen überstand, gilt heute als eine der altehrwürdigsten in Tirol. Sie spricht für eine alte und traditionsreiche Schützengeschichte im Pustertal (Sillian).
SK Sillian / image0013 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

SK Sillian mit alte Fahnen aus dem Jahre 1632 (links) und 1900 (rechts) bei Festumzug 1959 in Lienz

 
1809 hatte die Schützenkompanie Sillian mit 10 Zügen von je 20 Mann bei den Kämpfen an der Lienzer Klause, um die Chrisanter Schanze sowie in Pfarrwerfen (Salzburg) teilgenommen.
Im 1. Weltkrieg kämpften die Sillianer Standschützen für ihre Heimat an der Dolomitenfront an den Frontabschnitten Karnischer-Kamm und Sextner Dolomiten.
Eine besondere Leistung war die Erstürmung der Punta Forame und der Schimpke-Kuppe.
Über Auftrag des XX. Österreichischen Armeekorps der k.u.k. Armee wurde die Forame-Aktion der tapferen Sillianer Standschützen von der Bildhauerin Lora von Zamboni in einer Marmorgruppe verewigt, wobei dieses Denkmal nach rund 80 Jahren Umwegen im Jahre 1997 auf dem Sillianer Marktplatz einen würdigen Platz  erhielt.
 
Durch die unglückselige Grenzziehung wurde auch der Einzugsbereich der Schützenkompanie betroffen, da Sexten, Innichen und Toblach abgetrennt wurden.
 
Beim Aufbau der Schützenkompanie Sillian nach dem 2. Weltkrieg hat sich besonders Hauptmann Georg SCHNEIDER verdient gemacht.
 
Wie aus alten Bildern ersichtlich und aus Erzählungen von alten Schützen zu entnehmen ist, wurde in der Schützenkompanie Sillian bis zum Ende des 1. Welt-krieges die Sillianer Schützentracht getragen.
So marschierte die Schützenkompanie Sillian im Gedenkjahr 1909 in Innsbruck vor Kaiser Franz Josef in einer heute ähnlichen Schützentracht auf. Nach 1918 trug jeder Schütze sein eigenes Sonntagsgewand und einheitlich eine weiße Hahnenfeder auf dem Hut. Warum damals diese Änderung zustande kam, ist nicht nachvollziehbar.
In den Jahren 1936/1937 wurde ein grüner, spitzer Hut mit weißer Feder eingeführt, welcher aber nicht gerne getragen wurde.
 
Ältere Schützenkameraden berichten, dass die heutige Schützentracht wieder im Jahre 1938 durch Hptm. Georg SCHNEIDER eingeführt wurde.
Nach 1945 wurde die Kompanie auch einheitlich mit Steyr M95-Gewehren ausgerüstet, welche auch heute noch in Verwendung stehen.

 
 
Nachfolgend die Hauptleute der Schützenkompanie Sillian in den letzten Jahrzehnten:

Jakob RIEDLER (vlg. Turtscher)      1909 – 1914 und 1921 – 1931 verstorben
Er war auch Begründer der Paradeschützenkompanie Sillian
Peter NIEDERWIESER                     1931 – 1938 verstorben
Josef SENFTER (vlg. Simler)            1939 – 1945 verstorben
Georg SCHNEIDER (vlg. Perlung)    1946 – 1963 verstorben
Franz WALDER (vlg. Riedler)           1964 – 1989 verstorben
Georg HUBER                                  1990 – 1998 verstorben
Josef FRIESACHER                          1999 – 2003 verstorben
Anton SENFTER                               2003 –
 
 
 
 
Autor: Walder Josef
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