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Schützenkompanie Vorderthiersee
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 (c) Schachner
Gründungsjahr: 1927


Kompaniestärke: 48
  • 46 Schützen
  •   2 Marketenderinnen

Kurzchronik:

Kurzchronik der Schützenkompanie Vorderthiersee
 
 
Nach der Abtretung der drei Gerichtsbezirke Kufstein, Kitzbühel und Rattenberg von Bayern an Tirol sah sich Thiersee im Jahr 1504 plötzlich als Grenzgemeinde und wurde daher wohl sehr rasch ein Teil von Kaiser Maximilians Verteidigungssystem im Sinne des Tiroler Landlibells von 1511. Dafür sprechen auch die bereits im Thierseer „Weistum“ aus dem Jahr 1533 erwähnten „Fürschlächt“, einfache Verhaue und Befestigungsanlagen an Stellen, wo jeglicher Zutritt ins Tal kontrolliert werden konnte. Noch heute erinnern die Bezeichnungen „Wacht“ in Landl und „Wachtl“ in Vorderthiersee an einstige Sicherungsposten.
Die älteste namentliche Erwähnung dürfte wohl die Schützenrolle beinhalten, welche im Jahr 1677 anlässlich einer Musterung der Bürger-, Feuer- und Scheibenschützen des Landgerichtes Kufstein erstellt wurde.
Nach dem Einmarsch der Bayern im Jahr 1703 beteiligte sich ein Aufgebot aus Thiersee an dem - allerdings vergeblichen - Versuch, die Festung Kufstein zurückzuerobern. Im Jahr darauf wurden in Vorderthiersee - wohl als Rache für einen misslungenen Verteidigungsversuch - des Ortes alle Häuser samt der Kirche von bayrischen Soldaten in Brand gesteckt.
Während der napoleonischen Kriege waren die Thierseer Kompanien immer wieder im Einsatz und konnten die Taleingänge am Ursprungpass und beim Kiechelsteg erfolgreich verteidigen. Hierbei ist insbesondere Major Jakob Sieberer aus Landl als umsichtiger Distriktskommandant zu erwähnen.
1838 rückten die „Thierseer Scharfschützen“ zur Huldigung von Kaiser Ferdinand nach Innsbruck aus. Die Männer trugen niedere Schuhe, unter den Knien zusammengebundene Hosen, weiße Strümpfe, hohe grüne Lodenhüte und graue Lodenjoppen mit einer schwarzen Weste.
1904 wurde die jetzige Fahne geweiht, Fahnenpatien war Maria Egger
Die beiden Weltkriege brachten auch im Thierseer Schützenwesen eine Zäsur mit sich. Unter den Hauptleuten Matthias Pichlkostner (nach dem I. WK.) und Ludwig Neuschmid (nach dem II. WK.) kam es jeweils zu Wiedergründungen der Kompanie Vorderthiersee, die dann 1979 unter Hauptmann Sebastian Mairhofer und Obmann Hans Trainer als „Gildekompanie“ dem Bund der Tiroler Schützenkompanien beitrat und seither als „Schützenkompanie Thiersee“ auftritt.
1982 wurde Hans Trainer zum Hauptmann gewählt.
1986 Ausrichtung des Bataillonsfestes mit starker Beteiligung auswärtiger Vereine.
Im Jahr 2000 errichtete die Kompanie die Schützenkapelle am Rande des Tuffsteinbruchs in Mitterland. 2004 feierte sie mit einem Festzug aus 400 Schützen, drei Musikkapellen und den örtlichen Vereinen ihr 25-jähriges Bestandsjubiläum. Zum Jubiläumsjahr 2009 erneuerte sie das Heimkehrerkreuz auf der Kala-Alm. Im selben Jahr rückte die Kompanie erstmals gemeinsam mit den Kompanien von Hinterthiersee und Landl unter dem Kommando von Hauptmann Hans Trainer unter dem Namen „Mjr. Jakob Sieberer Schützenkomanie Thierseetal“ anlässlich der Feier des Herz-Jesu-Festes aus.
12. Juli 2014: Schützenfest mit Zapfenstreich und Sternmarsch der drei Thierseer Musikkapellen anlässlich der Segnung der neuen Schützenfahne in Vorderthiersee.

Hptm. Johann Trainer/2014
 
 
 
Autor: Schachner Manfred
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