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Zum Schutz von Heimat und Vaterland
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Haselwanner kirche predigt (c) haselwanner
Anlässlich der Feierlichkeiten rund um das Tiroler Landlibell am 29. Mai 2011 in Kufstein hielt der Landeskurat Msgr. Josef Haselwanner eine viel beachtete Predigt, die uns Schützen einiges mit auf den Weg gibt.
Wir wollen hier allen Interessierten die Gelegenheit geben, diese Worte nachzulesen und in ihre Überlegungen einzubinden.
Verehrte Ehren - und - Festgäste, Schützenkameraden, Brüder und Schwestern im Glauben !
 
Wenn Gott, der Herr, dir ein Land gibt ein Land wie wir es eben in der Lesung vernommen haben, dann könnte der Verfasser fast unsere Heimat im Blick gehabt haben. Und einem Schützen mag doch gerade zum 500 Jahrgedenken an das Landlibell unter Kaiser Maximilian I. bewusst werden, dass unsere Vorfahren, unsere Väter dieses Land schätzten, liebten und auch verteidigten und schützten.
Schon vor dem  Landlibell, 1368 gegen die Bayern, 1478 im Krieg gegen Venedig, 1497 gegen Graubünden. Das ganze Volk trug die Sorge um die Freiheit und Eigenständigkeit. Und im Landlibell verpflichtete es sich, diesen Schutz auch weiterhin zu übernehmen, Kriegsdienst aber nur innerhalb der Grenzen des eigenen Landes und nur zu dessen Verteidigung zu leisten. Darüber aber werden wir ja heute noch aus berufenerem Munde hören.
Gott aber sei es gedankt, Bedrohung von außen gibt es heute keine mehr, die Feinde von einstens sind Freunde geworden. Und gemeinsam stellt sich uns da aber doch die Frage: Wie steht es denn um eine Bedrohung von innen her? Bundespräsident Kirchschläger hat einstens von sauren Wiesen gesprochen, die es gelte trocken zu legen und er meinte wohl, das es um die Qualität der Bäche, Quellen und Wasser nicht mehr auf das Beste bestellt ist, daß dieses lebendige Wasser abgelöst wird von Brackwasser, das sich an allen Ecken und Rändern unserer Gesellschaft ausbreitet und in etwa heißt: "Egoismus, Selbstsucht und Habgier; Steuerbetrug, egoistische Bereicherung, Korruption, Oberflächlichkeit, Anwachsen der Gewalt, zunehmende Jugendkriminalität, Werteverlust, Abbröckeln von Gemeinschaften bis hin zur Familie, Entsolidarisierung" – so beschreibt es der einstige Bundeskanzler Helmut Schmidt in seinem Buch "Auf der Suche nach einer öffentlichen Moral". Müsste uns Schützen da nicht bewusst werden, da wir uns doch als eine Wertegemeinschaft verstehen, das unsere Grundsätze, wenn wir sie beherzigen, ernst nehmen, sie uns aneignen in unserem Tun und Lassen, einen Ausweg weisen würden und zum Quell würden für eine Heilung und gute Zukunft. Bekennen wir uns doch zum Glauben an Gott. Und wenn auch nach einer Studie vom Pastoraltheologen Paul Zulehner in Tirol von allen Bundesländern die Anzahl der Atheisten am größten ist, eine Botschaft Jesu, wie sie uns in der Bergpredigt kurz gefasst vorliegt, könnte wohl ein reinigender Quell sein, Prinzipien, annehmbar für einen jeden. Und das alte und tiefe Grundwasser Heimat ist doch heute mehr gefragt als jemals zuvor. Und ohneden Tiefenstrom des Erbes und der Tradition gäbe es wohl keine Zukunft und Freiheit. Und den Tau der Einheit und Solidartiät braucht es in jeglicher Gemeinschaft und zu ihrem Bestand. Und um die tosenden Wasser, Freiheit und Menschenwürde, müssen wir uns wohl  immer bemühen, sie fallen einem nicht so von selbst in den Schoß. Und vergessen wir auch nicht das ruhige Wasser des Festes und des Miteinander-Feierns, als Verbindunsglied unter den Menschen. Und wenn wir heute miteinander Eucharistie feiern, dann möge für uns Schützen nicht das Wort gelten, das wir bei Jesaja ( 2,13) lesen: "Mich haben sie verlassen, den Quell des lebendigen Wassers, um sich Zisternen zu graben, Zisternen mit Rissen, die das Wa sser nicht halten."
Schützenkameraden: Unsere Grundsätze, gelebt und verwirklicht, wären Chance und auch Auftrag hinein in das Heute und Morgen, in alle anstehenden Probleme des 21. Jahrhunderts, auch weit hinaus weisend über das einstens geschlossene Landlibell, dienend dem Frieden in Freiheit und Gerechtigkeit zum Wohle aller.

Msgr. Josef HASELWANNER
Autor: Msgr. Josef HASELWANNER
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