Tirol Lexikon

„Frauen als Gewehrschützinnen?“ – Klares Wahlergebnis: 86,96 % für Beibehaltung des Ist-Zustandes!

von | Jan 21, 2026 | Allgemein, BTSK, Top Neuigkeiten

Sehr geehrte Majore, Hauptmänner und Obleute,

geschätzte Marketenderinnen, liebe Schützenkameraden!

 

Die beiden vorliegenden Anträge zweier Mitgliedskompanien, Frauen künftig als Gewehrschützinnen zuzulassen, wurden sorgfältig aufgenommen und in einem breiten Dialog gewissenhaft behandelt. Nachdem die erste Phase des Nachdenkprozesses „Frauen als Gewehrschützinnen?“ mit den Viertel-Bildungstagen abgeschlossen war, wurden die Ergebnisse in Form von Erkenntnissen ausgearbeitet. Diese wurden in insgesamt neun Thesen zusammengefasst, die im weiteren Entscheidungsfindungsprozess als Grundlage für einen basisdemokratischen Grundsatzbeschluss der stimmberechtigten Mitgliedskompanien dienten.

 „Grundsätzlich ist hervorzuheben: In der Diskussion um Frauen im Tiroler Schützenwesen geht es nicht um Fragen der Gleichberechtigung. Vereinsrechtlich sind unsere weiblichen Mitglieder vollwertige Mitglieder und können sämtliche Funktionen bis hin zur Obfrau bekleiden. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage des Erscheinungsbildes. Die Diskussion über Rollen und Ämter im Tiroler Schützenwesen ist somit keine Frage von Wert oder Fähigkeit, sondern eine Frage von Aufgaben, Formen und Sinnbildern.“ – Lkdt. Mjr. Thomas Saurer

Fassung eines Grundsatzbeschlusses: Wer mitentscheidet, steht auch hinter dem Ergebnis!

  • Jede Kompanie ist zwar rechtlich eigenständig (Verein mit eigenen Statuten), aber sie ist Teil des Bundes der Tiroler Schützenkompanien (BTSK).
  • Der Bund bildet den gemeinsamen Werte- und Traditionsrahmen, auf den sich alle Kompanien freiwillig verpflichten.
  • Ein Grundsatzbeschluss legt also nicht rechtlich fest, was jede Kompanie muss, sondern was das Tiroler Schützenwesen als Ganzes vertritt und lebt.
  • Wenn jede Kompanie ihre Rollen und Symbole eigenmächtig verändern könnte, würde langfristig die gewachsene Form des Tiroler Schützenwesens verschwimmen.
  • Der Grundsatzbeschluss ist ein Schutzinstrument: Er bewahrt den Kern der Tradition, während innerhalb der Kompanien weiterhin individuelle Ausgestaltung (regionale Besonderheiten), aber auf Basis der „Richtlinien“, des gemeinsam festgelegten „Rahmens“, möglich bleibt.

„Ein Grundsatzbeschluss dient nicht nur der internen Regelung. Dieser Grundsatzbeschluss ist auch Orientierung. Ohne gemeinsamen Kompass verliert selbst die stärkste Gemeinschaft die Richtung. Der Grundsatzbeschluss hält zusammen, was über Jahrhunderte gewachsen ist.“ Lkdt. Mjr. Thomas Saurer

Geheime Briefwahl

Dazu wurden die Mitglieder des Bundes der Tiroler Schützenkompanien – unsere Mitgliedskompanien, die Mitglieder des Bundesausschuss und die BTSK-Ehrenoffiziere – mittels Abstimmung zur Fassung eines Grundsatzbeschlusses befragt. Diese Wahl fand von 01.12.2025 bis 15.01.2026 als Briefwahl statt. Die Fassung des Grundsatzbeschlusses in dieser Thematik ist im Rahmen unseres Nachdenkprozesses ein wesentliches Element der basisdemokratischen Haltung unseres Verbandes. Am 15. Jänner 2026 endete die Frist zur Stimmabgabe dieser Briefwahl.
Ich danke unserer Wahlkommission für die gewissenhafte Vorbereitung und Durchführung.

FASSUNG EINES GRUNDSATZBESCHLUSSES

Soll im Bund der Tiroler Schützenkompanien die Möglichkeit geschaffen werden, dass künftig Frauen bei Ausrückungen auch als Gewehrschützinnen teilnehmen und militärische Ränge bekleiden?

Offizielles Wahlergebnis:

  • Anzahl der Wahlberechtigten: 322
  • Zahl der von den Wahlberechtigten abgegebenen Kuverts/Stimmzettel: 299
  • Wahlbeteiligung: 92,86 %
  • Ja-Stimmen: 38        12,71 %
  • Nein-Stimmen: 260        86,96 %
  • Ungültige Stimmen: 1           0,33 %       

„Die basisdemokratische Wahl zum Grundsatzbeschluss ist eindeutig ausgefallen: 86,96 % haben für die Beibehaltung des Ist-Zustandes gestimmt! Das ist ein klarer demokratischer Auftrag, unsere gewachsenen Traditionen beizubehalten. Es war richtig, dass wir dieses Thema offen diskutiert haben – aber jetzt ist es entschieden. Wir haben den Mut, zu unserer gewachsenen Identität zu stehen und geschlossen nach außen aufzutreten. Jede Stimme verdient Respekt – auch jene, die eine andere Position vertreten hat. Doch Demokratie heißt: Die Mehrheit entscheidet. Jetzt gilt: Weitergehen. Zusammenstehen.“ – Lkdt. Mjr. Thomas Saurer

Ich  danke euch allen sehr herzlich für die engagierte, sachliche und respektvolle Teilnahme an unserem Nachdenkprozess und an der Fassung des Grundsatzbeschlusses. Dass wir ein sensibles Thema so breit diskutiert und dann basisdemokratisch entschieden haben, zeigt die Stärke unserer Gemeinschaft.

Das Ergebnis ist eindeutig: Die Mehrheit hat für die Beibehaltung des Ist-Zustandes gestimmt. Damit haben wir eine gemeinsame, verbindliche Linie – sie gilt ab sofort als Grundsatzbeschluss unseres Bundes und ist von allen Mitgliedskompanien einzuhalten. Diese Verlässlichkeit ist wichtig: Wer einen demokratischen Prozess startet, muss den Mut haben, das Ergebnis zu akzeptieren und konsequent umzusetzen.

Gleichzeitig ist mir wichtig festzuhalten: Jede Stimme zählt! Ich danke ausdrücklich auch jenen Stimmberechtigten, die anders gestimmt haben und ihre Sicht eingebracht haben. Dieses Einbringen war wichtig für den Dialog und das Miteinander. Es hat dazu beigetragen, dass wir einander besser verstehen – auch wenn am Ende eine klare Mehrheitsentscheidung steht.

Jetzt braucht es keine Diskussionen mehr „nach hinten“, sondern Geschlossenheit „nach vorne“!

Kein Nachwatten, keine Lagerbildung, kein Gegeneinander!

 

Für die Bundesleitung:

Mit kameradschaftlichen Grüßen

Major Thomas Saurer

Landeskommandant

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